Mittwoch, 20. Juni 2018

Die neue Galerie „Etwas anders“ zeigt typische Szenerien Siegerländer Orte


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Siegener Verlag Buch-Juwel mit neuem Bilder-Projekt gestartet

Siegerland. 20. Juni 2018 (DiaPrw). Mit „Siegerländer Orte – Etwas anders“ startet der SiegenerVerlag Buch-Juwel (www.buch-juwel.de) ein neues Projekt. Im ersten Teil sind auf 14 Seiten 13 Räume bestückt. Zu sehen sind typische Bauwerke und Landschaften in etwas anders gestalteten, aber erkennbaren Form. Der Bilderreigen geht von Burbach bis Wilnsdorf.



Um Freudenberg geht es im Raum 3 der neuen Galerie. (Repro (c) 2018 presseweller)


„Mal wieder etwas Neues“ hat man sich bei Buch-Juwel gedacht, als das Projekt „Etwas anders“ zu Siegerländer Ortsansichten aus der Taufe gehoben wurde. Die klassischen Bilder kennt nahezu jeder aus dem Siegerland. Deshalb greifen hier auf Foto-Basis neue, mal nicht alltägliche Gestaltungen der Ortsbilder, die gleichwohl alles erkennen lassen. So sind im ersten Teil Szenerien von Burbach, Freudenberg, Netphen, Siegen und Wilnsdorf entstanden. Die Gesamtdarstellungen wurden von „wellSi-made“ zusammengestellt und gestaltet. Die Galerie wird in den nächsten Wochen um einige Orte erweitert.

Mundart-Namen und Erläuterungen
Den vorgestellten Orten ist direkt im Titelkopf des jeweiligen Seitenraums die geläufige Mundartbezeichnung beigestellt. So wird zum Beispiel Burbach zu „Burwich“, Freudenberg zum „Flecke“ und Siegen zu „Seeje“ und „de Statt“.
Während in den Einzelräumen keine textlichen Erläuterungen zu finden sind, gibt es dennoch ausführliche Informationen zu den Abbildungen. Nach jeweils drei Räumen finden die Betrachter eine ausführliche Beschreibung zu den Bildnissen und teilweise Tipps zum Ort..
Die neue Galerie „Etwas anders“ ergänzt die bisherigen „Sejerlänner Galerien“ 1 und 2 mit insgesamt über 60 Räumen.
Alle Galerien sind ohne Anmeldung als Blättermagazin über die Seite „Magazine, Videos, Blogs“ aufrufbar und können frei gelesen werden.

*Auf den Seiten www.buch-juwel.de finden Sie Themen zum Siegerland und Mundart!

Donnerstag, 3. Mai 2018

Das Vaterunser in Siegerländer Mundart von Georg Hainer: Oos Babbe“




Ein stilles Gebet. Weithin bekannt ist das Vaterunser. ((c) presseweller)



Neuer Sprachbeitrag auf den Webseiten von Buch-Juwel


Siegerland. 3. Mai 2018 (BuJu). Die Mundartpflege, Sejerlänner Platt, ist beim Siegener Verlag Buch-Juwel (www.buch-juwel.de) ein wichtiges Anliegen. Ganz neu eingestellt, gibt es nun das Vaterunser, Oos Babbe“, in Mundart - etwas freier getextet. Die Tonversion kann ohne Anmeldung über die Homepage-Seiten „Magazine, Videos ...“ unter „Direktaufruf“ angeklickt und frei gehört werden. Der Text ist ebenfalls in Hochdeutsch eingesprochen. Als weiteren Beitrag, beide von Autor Georg Hainer in „Platt“ übertragen, gibt es den 23. Psalm, „Der gute Hirte“, zu hören.

Der Siegerländer Dialekt, der in jedem Ort wieder andere Aussprachen haben kann, ist überregional wenig vertreten, anders als beispielsweise die Bayerische, Schwäbische und auch Norddeutsche Mundart. Autor Georg Hainer ist es wichtig, das Siegerländische, das Sejerlänner Platt, im Bewusstsein zu halten und auch die Jugend an ihre Sprachwurzeln zu erinnern. Mundart steht schließlich für Heimat, Kultur und Tradition.

Aus Heimatbüchern
Die Mundarttexte sind den Büchern „Dat Siegerland“ aus 2010 sowie „Riewekooche, Glonk und Alldaachsläwe“ aus 2016 entnommen. „Mit Sprachbeiträgen kommen wir nicht so schnell voran“, sagt Jürgen Weller, Inhaber des Heimatverlags. „Zurzeit setzen wir nur religiös-christliche Bibeltexte, Gebete und Psalmen um. Dabei achten wir darauf, dass sie weit bekannt sind. Nach und nach werden wir weitere Texte umsetzen.“ 

Mehr zu Siegerlandthemen: www.buch-juwel.de

Samstag, 24. März 2018

Dr Haas woar flissich - Oarstern fröher



De Haase sinn aktiv zoar Oarsterzitt. (Fotos/ Repros: presseweller)

Die Hasen sind aktiv zur Osterzeit


Eijer em Gaarde, Kirchbesooch un Spaziergänge em Wald


Siegerland. Im März 2018. Für oos Kenner un de Ellern woar un ess et bess zom bahlige Oarsterrfest (Orschterfest) emmer ne besonnere Zitt. Dr Fröhjoahrsafang ess gemacht. Dn ahle Sproch va dr Moarer (Modder), dem Vahrer (Vadder), dr Oma orrer dm Opa (Ohm) a de Kenner gerret heut noch: „Kommt schwenn a'dt Fenster, dr Oarsterhaas!“ Woarn mr da flex gekomme, hees et: „Schaa, hä es grad öm de Ecke.“ Et woar net so schlemm, schleßlich hadde hä woahrl de Nester geföllt. Manches Moa mossden mr de Eier och em Schnee sooche. Dat woar net so schwer, doa se joa bond woarn. Dr Haas un sinn Mannschaft hadden ganze Arwet geleistet.

Zu Oastern hadde sech de Nadur ald e gröönes Kleid aagelejt. Noa dem kaale Wender woar dr Frühling wellkomme. De Sonn drängt e de Herze un e dt Gemöt. Weil et nu e deesem Joahr 2018 noch e dr dretten Märzwoche rechdich wenderlich woar, freue mr oos all op de wärmere Zitt und op Oarstern. Dr Fröhling ess oft bedechtet und besonge wurn. Der Dechder Emanuel Geibel schreew: „Un dräut der Winter noch sehr … es muss doch wieder Frühling werden ...“, un bie Eduard Mörike heißt et: „Frühling lässt sein blaues Band ...“.

Wie fröaer itz emmer noch
Mr Kennr soochden em Gaarde e dn Moosnesdern zwesche den blöende Krokussen, dn letzde Schneeglöckcher un dn Bösche de Eier un späer bim Spaziergang em Wald. Dr Haas hadde üwerlall wat abgeläet und sinn Arwet rechdich good gemacht! Dat schöarne Sochspeel hätt sech bis heut erhaale, weil oos Freunde un mir et bet oosen Kennern genauso machden, un de Kennr va einst et och e ihren Familien noch so haale.



Em Moosnest woarn de Eijer good gepolstert.

Im Moosnest sind die Eier gut gepolstert.


Mr sammeln Moos/ Oarsterdeko e dr Wohnung
Meist e dr Vorwoche zom groarße Chresdefest geng et bet der Moorer or den Ellern e dn Wald. Mr sammelden Moos für de Nester. Noch mee als em Gaarde zwitscherten rengsröm de Vöijel, die e de hellgröne Birke, Booche un Eiche soaßen orrer e dn Fechde un Dänne, die vor e paar Woche noch bet den Schneeäste wie Chresbäum ussgeseh hadden.
Deheim woar öarsterlich dekoriert: gröne Äste, allerlei Figuren we Hase un Küken, bemoalte ussgebloasene Eijer un op dem Bord och noch de Häsche-Schoarl. Doa mossden de ällere Kenner fröer dra denke, weil et Zeuchnisse for de Versetzung goaw, mr säete „Geftblärer“ (Gitftblätter) doazoo.


Schöarner Oarsterschmuck e Dreis-Diefebach, 2015. He bet zwo Assechde. 

Schöner Osterschmuck in Dreis-Tiefenbach, 2015. Hier mit zwei Ansichten.  


Dr Esseplan/ Stelle Zitt un Kirchebesoch
E dr Karwoche, besonnersch ab Gründonnersdach, geng et deheim ruhijer zoo. Manche hatten ald sitt Aschermettwoch gefastet. Va Donnersdach bes Karsamstach goaw et bie veelen Familien „Schmalhans Küchenmeister“. Meist woar Aafang der 19-Foffziger-Joarn och e dr Woche kaum Fleisch op dm Deller. Vor Oarstern stanne zom Beipiel Spinat bet Doffeln un Eiern, am Karfreitag meist gebroaerner Fesch op dem Desch. Dn Fesch konn mr bi oos donnersdachs em nahe Konsum kaufe.
Ze Oastern goaw et e üppiges Mahl bet Fleisch un Gemös und davor ne Fleischsobbe.
Manche gengen a Krafreidach un Oastern e de Kirche orrer e det Gemeindehaus, de meisde awwer zumindest a Oarstern, oft zesaame bet Noachbarn. Noa dr Kreuzijungsgeschechde e Golgatha woarn baal Donkelhitt un Stelle geweche. Bet dr Auferstehung hatte dat Läwe üwwer dn Tod gesiecht, wie ooser abendländischer Glaube oos dat lehrte un lehrt. Auferstehung! E dn Gesechdern dr Goddesdenstbesoocher stonn Freude.



Kirchgang stonn och op dm Plan, e Seeje zom Beispiel e de Nikolaikirche. Dat Bondglasfessder bet der Daufe uss dr St.-Peter- und Paul-Kirche e Seeje basst, weil et e dr Oarsternacht dr Tradidion noa Daufe goaw.

Kirchgang stand auch auf dem Plan, in Siegen zum Beispiel in due Nikolaikirche. Das Buntglasfenster mit der Taufe aus der St.-Peter- und Paul-Kirche in Siegen oasst, weil es in der Osternacht der Tradition nach Taufen gab. 


Spaziern goa un Besooche mache
Mr Kenner hadden ald vorm Kirchgang de Eier gesoocht und gesammelt. Späer woar och moa e Ei or e Haas uss Schokolade doabie. Die Oarster-Daae hadden Feier-Sonndachs-Glanz. Alle woarn bassend festlich aagezo(j)e.
Allei or bet Bekannte goaw et zesaame Kaffeedrenke bet Boden, Torte un oft Marmorkooche. Donoach kaom meist e Spaziergang durch dn Wald. Mr Kennr fonne noch henner dm eine un annern Baum or Bosch bonde Eijer. Am annern Festdach geng et zoo dn Groarßellern, wo sech och de Dande, Onkels, Kusengs un Kusinen zesaamefonne. Mr woarn doa bet Eijer-Dibbe, -Detsche or -Kibbe sowie bet Eijer-Weit und Hochwurf good beschäftigt. Welche Eijer woarn am stabilsten? Dat geng hin un her und hätt wahne Spaß gemacht. So hadden all e schöarnes Fest.



Spaziergänge durch de gröne Landschaften bet dn Wällern, he bie Weljersdorf. 

Spaziergänge durch die grüne Landschaften mit den Wäldern, hier bei Wilgersdorf. 



Ahle Bräuche un bonde Landschafte
Ur-ahles Bruchdom un Feste un dr Naome va dr germanischen Fröhjoahrsgöttin Ostera wernn zor Erklärung für Oastern gebrucht. De Haase und de Eijer stoa for de Fruchtbarkeit, wenn de Höhner als Produzende eher em Hennergrond bliewe. Dr Haas hätt enn de Schau gestoahrle.

Joahrin-, joahruss brengt der Fröhling neues Läwe un Erneuerung dr Nadur. Hä ducht de Landschafde ee e feines Grö un macht de Bloome bond. Hä zaubert e Lächeln op oose Gesechder, verhelft dm Läwe zu neuem Aarem un zeicht oos dat Wonnerwerk Nadur e neuem Glanz. Dr Fröhling bezeucht de Geheimnisse va allem Läwe. Georg Hainer

Weitere Hinweise siehe unten


>In Hochdeutsch mit leichten Veränderungen<


Ostern früher: Der Hase machte seine Arbeit gut
Eier im Garten, Kirchenbesuch und Waldspaziergänge

Im März 2018. Für uns Kinder und die Eltern war und ist es bis zum kommendem Osterfest immer eine besondere Zeit. Der Frühlingsanfang ist gemacht. Bis heute scheint sich der Spruch von Mutter, Vater, Oma oder Opa an die Kinder gehalten zu haben: „Kommt schnell ans Fenster, der Osterhase!“ Waren wir dann flugs da, hieß es dennoch: „Schade, er ist gerade um die Ecke.“ Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen, weil er zumindest wohl die Nester gefüllt hatte.
Ostern kam mal etwas früher und mal etwas später. Manchmal mussten wir die Eier im Schnee suchen. Da war es praktisch, dass sie bunt gefärbt waren, und die zuständigen Hasen mit ihrer Mannschaft ganze Arbeit geleistet hatten. Oft aber schon strahlte auch die Sonne, und wir suchten die grünen Moosnester voller Eiern zwischen blühenden Krokussen, den letzten Schneeglöckchen und Büschen und später beim Spaziergang im Wald. . Und dieses „Spiel“ des Suchens hat sich bis heute erhalten, weil unsere Freunde und wir es mit unseren Kindern ebenso hielten, und die es nun wiederum in ihren Familien weiterhin pflegen. Wie schön.

Zu Ostern hat sich die Natur bereits ein grünes Kleid angelegt, und wenn die Sonnenstrahlen über blaue Krokusse und andere Frühjahrsblüher springen, dann wärmt das die Herzen und bringt tief drin Freude und Zufriedenheit. Der Frühling ist oft bedichtet und besungen worden. Auch in diesem Jahr wird er dringend erwartet, nachdem Väterchen Frost noch in der 3. Märzwoche heftig unterwegs war, eisiger Wind inklusive. Aber, wir halten es mit Emanuel Geibel, bei dem es im Gedicht heißt … es muss doch wieder Frühling werden …!, und Eduard Mörike „Frühling lässt sein blaues Band ...“.

Wir sammeln Moos/ Österliche Deko in der Wohnung
In der Vorwoche zum großen Christenfest ging es mit Mutter oder Eltern in den Wald, um Moos für die Nester zu holen. Noch mehr als in den Gärten begleitete uns im Wald von allen Seiten das Vogelgezwitscher, mal aus den hellgrünen Birken, den Buchen und Eichen und mal aus den dunklen Fichten und Tannen, die sich ehedem noch mit ihren schneebedeckten Zweigen als wahre „Weihnachtsbäume“ gezeigt hatten. Zu Hause war österlich dekoriert, mit grünen Zweigen, Hasenfiguren und ab und zu mit bunten, ausgeblasenen Eiern. Später standen dann ab und zu auf einem Bord auch Figuren der „Häschenschule“. Schule war auch für die Schulkinder wichtig. Früher stand Ostern noch wegen eines anderen Termins im Gedächtnis: Vor den Ferien gab's die „Versetzungs-Zeugnisse“, die „Giftblätter“.

Ruhige Tage mit Kirchgang
In der Karwoche ging es zu Hause ruhiger zu, vor allem ab Gründonnerstag. Viele hatten bereits seit Aschermittwoch gefastet. Besonders von Gründonnerstag bis Karsamstag hieß es in vielen Familien „Schmalhans Küchenmeister“. Ohnehin standen in den 1950er-Jahren während der Woche meist keine üppigen Fleischspeisen auf dem Essensplan. Vor dem Ostertag kochte Mutter dann zum Beispiel Spinat und Kartoffeln mit Eiern, an Karfreitag gab es meist gebratenen Fisch. Den konnte man bei uns donnerstags im nahen Konsum holen. Zu Ostern gab es dann ein üppiges Mahl mit Fleisch und Gemüse und vorher eine Fleischsuppe.
Manche gingen Karfreitag und an Ostern in die Kirche, die meisten zumindest am Osterfeiertag. Man gesellte sich oft mit Nachbarn zum Kirchgang. Die Dunkelheit und Stille zum Kreuzigungsgeschehen in Golgatha war gewichen, das Leben hatte über den Tod gesiegt, wie es uns unser abendländischer Glaube seit Generationen gelehrt hat. Auferstehung! In den Gesichtern der Gottesdienstteilnehmer stand Freude.

Spaziergänge und Besuche
Wir Kinder hatten schon vor dem Kirchgang die Nester gesucht und die bunte Eier-Vielfalt eingesammelt. In späten Jahren war auch manchmal ein Schokoladen-Ei oder -Osterhase dabei.
Ostern waren Tage im sonntäglichen Glanz. Alle waren festtagsgemäß, sonntäglich, gekleidet.
Alleine in der Familie oder mit guten Bekannten gab es gemeinsames Kaffeetrinken mit Obstboden, Torte und Marmorkuchen. Oft schloss sich ein Spaziergang durch den nahen Wald an. Wir Kinder fanden hinter diesem und jenem Baum oder Busch noch bunte Eier.
Am anderen Feiertag ging es zu Besuch bei den Großeltern, wo meist auch die Tanten und Onkels mit Familien in der Nähe wohnten. Wir Kinder waren dann mit Eier-Dippen, -Detschen, -Kippen, Eier-Weitwurf und -Hochwurf über die Wäscheleine beschäftigt. Welches Ei ist am stabilsten? Das war ein Hin und Her und hat Spaß gemacht. Alles das sorgte für erfüllte Festtage.

Ostern und Frühling
Uralte Bräuche und Feste sowie der Name der germanischen Frühlingsgöttin Ostera werden zur Erklärung für das Wort Ostern herangezogen. Hasen und Eier stehen für die Fruchtbarkeit, wenn auch die Hühner als Produzenten eher im Hintergrund bleiben. Der Hase hat ihnen die Schau „gestohlen“. Jahrein, jahraus sorgt der Frühling für neues Leben und Erneuerung der Natur. Er taucht Landschaften in ein mildes Grün und bunte Blumenfarben. Er zaubert ein Lächeln auf unsere Gesichter, verschafft dem Leben neuen Atem und zeigt uns das Wunderwerk Natur in wieder neuem Glanz. Frühling zeugt von den Geheimnissen allen Lebens.            Jürgen Weller

Die umfangreichere Geschichte in Hochdeutsch und mit mehr Bildern finden Sie im Gedichts- und Geschichten-Blog unter „Magazine, Blogs ...“ auf der Homepage www.buch-juwel.de. Dort gibt es auch weitere Hinweise zu Feiertags- und Siegerland-Berichten. Die Seiten und Blogs sind ohne Anmeldung aufrufbar.
Direkt zur Ostergeschichte im Blog: http://buchjuwel.blogspot.de/2018/03/ostern-fruher-der-hase-leistete-gute.html

Fotos aus verschiedenen Jahren, Veränderungen der Örtlichkeiten möglich. Irrtum vorbehalten. Wegen der Vielfalt der Aussprachen in Siegerländer Platt, können Wörter unterschiedlich sein. Hauptsächlich verwendet wurde hir Siegener mit einr Mischung aus Freudenberger Platt. Das komplette Impressum zu Buch-Juwel finden Sie auf der Buch-Juwel-Homepage, www.buch-juwel.de 

© Alle Rechte auf Texte und Fotos bei Buch-Juwel und Autoren Georg Hainer und Jürgen Weller. Es gilt deutsches Urheberrecht. Bei Verwendungsinteresse bitte anfragen. 

Samstag, 10. März 2018

Seejerlänner Galerie - 31 Bilder-Räume

Stillleben aus der Galerie II von Buch-Juwel. (Repros: presseweller)

Bilder der Heimat/ Virtuelle Galerie II von Buch-Juwel fertiggestellt
Von der Autobahnkirche bis zur Wasserburg Hainchen

Siegerland. 10. März 2018 (DiaPrw). Nachdem das virtuelle Gebäude I von Buch-Juwels Seejerlänner Galerie mit 35 Räumen seine Kapazitätsgrenze erreicht hatte, wurde gestern das Galeriegebäude II „Die Heimat in Bildern“ mit 31 Räumen auf 32 Seiten fertiggestellt. Beide Galerien mit ihren zahlreichen Bildern sind ohne Anmeldung über die Seite „Siegerland-Forum“ auf www.buch-juwel.de aufrufbar. Die Blättermagazine können frei angeschaut werden.

Mit dem Projekt „Seejerlänner Galerie“ ist der Verlag Buch-Juwel mal wieder einen neuen, digitalen Weg gegangen, um „Bilder der Heimat“ anderen zugänglich zu machen. Es handelt sich in der Regel um Amateueraufnahmen, aber auch um besondere und teils moderne Bildgestaltungen und -montagen. Alle Abbildungen sind kurz erklärt. In beiden virtuellen Gebäuden finden sich insgesamt 66 Räume voller Fotos und Bildern. So lassen sich um die 100 Motive der Siegerländer Heimat entdecken.

Blick über Irmgarteichen ins Rothaargebirge - Sommer und Winter.

In der neuen Galerie sind unter anderem Landschaften aus verschiedenen Jahreszeiten, Stillleben und Gebäude zu finden. Mit dabei sind zum Beispiel die Autobahnkirche an der A 45 bei Wilnsdorf, das Heimathaus Bürbach im weihnachtlichen Glanz, die Wasserburg in Hainchen, Kirchen in Rudersdorf, Wilnsdorf und Siegen. Schnee-Winter, Frühlings-, Sommer- und Herbstbilder zeigen die Vielfalt der Jahreszeiten im Siegerland. 

Viel Freude beim Anschauen.


Neben den Einzelbildern aus den Galerien stehen beim Verlag Hunderte weiterer Fotos mit Siegerländer Motiven zur Auswahl. Bei Bedarf zu bestimmten Motiven und Mail-Versand als JPG-Foto in höherer Auflösung bitte anfragen, ob das gewünschte Motiv vorhanden ist und wie die Lieferkonditionen sind.

Infos und Anfragen: www.buch-juwel.de

Alle Rechte auf Bilder, Abbildungen jeder Art, auf Titel und Gesamtgestaltung liegen beim Verlag, 
© 2018 Buch-Juwel. Es gilt deutsches Urheberrecht.

Samstag, 20. Januar 2018

Wender em Seejerland – Winter im Siegerland mit Texten und Fotos



Titel des neuen Magazins zum Siegerländer Winter. (Repro: presseweller)


Das neue Online-Magazin von Buch-Juwel - „Platt“ und Hochdeutsch

Siegerland. 20. Januar 2018 (DiaPrw). Mit „Wender em Seejerland, Winter im Siegerland, legt der Siegener Verlag Buch-Juwel (www.buch-juwel.de) ein neues 14-seitiges Online-Magazin zum Blättern vor, das mit Texten von Autor Georg Hainer und Fotos aus verschiedenen Jahren winterliche Facetten der südwestfälischen Region zeigt. 

Einkellern früher und „Schleere fahrn“, Schlitten fahren, sind zwei der Themen. In den teils bearbeiteten Amateuerfotos sind zum Beispiel die Eisernhardt und die Kapelle auf der Eremitage, ein Kranichflug aus Lettfe, Littfeld bei Kreuztal, die Nikolaikirche in Siegen sowie Landschafts- und Einzelmotive aus dem Netpher, Hilchenbacher und Wilnsdorfer Raum zu sehen. Das Magazin kann ohne Anmeldung über die Homepage unter „Magazine“ aufgerufen werden

Wieder neue Wege - einfacher für Leser
War das vorige Magazin „Chresdach“, Es ist Weihnachten“, bundesweit auf zig Presse- und Themenportalen vertreten, geht der Verlag mit dem Winter-Magazin wieder neue Wege. Die Texte sind in „Seejerlänner Platt“, Siegerländer Mundart, geschrieben, aber nun, einschließlich der Bildtexte, unmittelbar ins Hochdeutsche übertragen, so dass sie auch von denen leicht gelesen werden können, die kaum oder kein Platt verstehen. Für viele ist es in geschriebener Form oft noch schwieriger, als in gesprochener Version. Bei den Bildern sind sowohl frühere als auch aktuelle zu sehen. 

Einfach mal – frei – anschauen und lesen. Der Zugang ist ohne Anmeldung über die Homepage möglich. Darauf gibt es natürlich noch viel mehr zum Siegerland. Heimatliches eben!



Mittwoch, 6. Dezember 2017

Siegerland: Et ess Chresdach – Neues Magazin mit Mundart und Übersetzung


Titel des neuen Magazins von Buch-Juwel.




Geschichte(n) und Gedicht - Teils in Seejerlänner Platt mit Übersetzungen - „Lexikonseite“ sowie  stimmungsvolle Bilder und Darstellungen


Siegen. 6. Dezember 2017 (DiaPrw). Mit der in Kurzform gehaltenen Geburtsgeschichte in Siegerländer Mundart beginnt das neue achtseitige Magazin „Et ess Chresdach“ (Es ist Weihnachten) des Verlags Buch-Juwel (www.buch-juwel.de). Geschichten, teils in Seejerlänner Platt, rund um die Weihnachtszeit laden zum Lesen, stimmungsvolle Fotos und Darstellungen zum Schauen ein. Außerdem ist ein einseitiges „Weihnachts-Lexikon“ enthalten, bei dem es um Begriffe rund um die Christtags-Zeit geht. Alle Mundartbeiträge im Blätterheft sind direkt ins Hochdeutsche übersetzt.
Das Magazin kann über die Buch-Juwel-Homepage ohne Anmeldung aufgerufen und frei gelesen und angeschaut werden!

In kurzen Geschichten und einem Gedicht widmet sich Autor Georg Hainer in "Weihnacht ist's" dieser so besonderen Zeit zwischen dem 1. Advent und dem Weihnachtsfest im Siegerland. Erinnerungen an früher sind eingeschlossen, ebenso wie eine wahre „Christkind“-Geschichte. „Chressdachsmärdche“ und mehr hat das kleine Weihnachtslexion zu bieten. Da die Aussprache in nahezu jedem Ort wieder anders ist, sind die Schreibweisen im Magazin teils auch leicht unterschiedlich gewählt. Mal werden Vokale (Selbstlaute) länger, mal hart und kurz gesprochen und entsprechend geschrieben, zum Beispiel Chresdach und Chresdaach, aber auch Chressdach.
Die Fotos und Abbildungen zeigen Krippendarstellungen sowie winter- und weihnachtliche Szenerien aus dem Siegerland. Alles in allem so recht für Muße und Besinnlichkeit in der Adventszeit.
Über diese Seite können Sie das neue Magazin aufrufen:

Online-Galerie und Bücher
Wer sonst noch Interesse an Bildern aus dem Siegerland hat, kann sich die auf 37 Räume gewachsene Online-Galerie mit zahlreichen Darstellungen anschauen, wobei dort ein berauschendes Herbstbbild den Schlussakkord setzt. Einfach mal bei der Seite "Siegerland-Forum" vorbeischauen. 
An Büchern sind zurzeit noch verfügbar „Riewekooche, Glonk und Alldaachsläwe“ sowie das ältere Büchlein „Fachwerk, Mäckes, Heimatzauber“. Im Buchhandel fragen oder auf der Buch-Juwel-Homepage unter „Bücher“ schauen. Lieferung so lange der Vorrat reicht!
Kulturelles und einige Veranstaltungs- und Ausstellungshinweise bietet auf Buch-Juwel auch die Seite Siegerland-Forum.


Mehr rund ums Siegerland: www.buch-juwel.de

Dienstag, 24. Oktober 2017

Reformationstag – früher mit Kirchgang


Im Zeichen des Kreuzes stehen unsere christlichen Religionen. (Fotos: DiaPrw)


„Ein feste Burg ist unser Gott ...“ / Kirchenwechsel im Siegerland


24. Oktober 2017 (buJuw), Kurz bevor früher der Reformationstag anstand, der 31. Oktober, hieß es zu Hause in den evangelischen Familien schon: „Dann gehen wir in die Kirche“. So war es denn auch, weil es in der Schule für den Kirchgang frei gab. Meist mit den Müttern zogen wir Kinder dann - alle "sonntäglich" gekleidet -  in die nächstgelegene Kirche oder ins nahe Gemeindehaus. Das war für uns nicht ungewöhnlich, weil man in den 1950er- und -60er-Jahren ohnehin viel öfter zum Gottesdienst ging. So kannten es auch schon die Eltern, die früher ins Gemeindehaus oder in eine nahe Kirche zum Gottesdienst gegangen waren. Die Predigt drehte sich an diesem Tag vor allem um die 95 Thesen, die Martin Luther verfasst hatte. Das Höchste aber war stets, wenn das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ angestimmt wurde. Das kannte nahezu jeder und so erfüllten Gesang und Orgelbegleitung den Raum. Stimmungsvoll.

Im evangelischen Religionsunterricht in der Schule war die Reformation ein besonderes Thema. Da war der ehemalige in Eisleben geborene Mönch Martin Luther, der mit seiner Meinung zu den Lehren des damals üblichen katholischen Glaubens aufbegehrte. Vor allem der Ablasshandel war ihm ein Dorn im Auge. Mit einem Ablassbrief konnte man sich danach gegen Geld von Sünden freikaufen. Uns vermittelte man dazu der Erinnerung nach den Satz „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Damit hörten wir auch von einem Johann Tetzel, der unter anderem im Ablasshandel unterwegs war.





Martin Luther ist der Reformator. (Zeichnung: EdW nach Lucas Cranach)


Luther aber sah allein die Gnade Gottes, den Glauben an Jesus Christus, zur Vergebung der Sünden an. Andere, wie Johannes Calvin, hatten dazu eine andere Meinung. Calvin ging unter anderem davon aus, dass alles für den Menschen vorherbestimmt sei, Fleiß, Zucht und Ordnung zum gläubigen Menschenleben gehörten. Damit gab es mehrere dieser Reformatisten. Zu der Zeit waren das auch Philipp Melanchthon, Ulrich Zwingli und Thomas Müntzer. So haben wir Evangelischen es damals in der Schule erfahren.

500 Jahre Reformation und verständlicher Bibeltext
Einen entscheidenden Schnitt soll es am 31. Oktober 1517 gegeben haben. So wird das Aufhängen, der „Anschlag“, des Blattes mit den 95 Thesen von Martin Luther an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg datiert. Neben anderem geht es darin um Buße und den Ablasshandel. Das wird in diesem Jahr, 2017, von evangelischen Christen in aller Welt gefeiert!

Damals kam danach eine unruhige Zeit. Im Religions- und im Konfirmandenunterricht erfuhren wir auch eine Reihe der Geschichten um Luther, wie zu Fegefeuer, zum Bann und zum Reichstag in Worms und dass er als „Junker Jörg“ zum eigenen Schutz in der Wartburg verbrachte. Dort soll er ein Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben. Vor allem aber leistete er etwas Bedeutendes: Er übersetzte die Bibel in verständliches Deutsch; dort zuerst das Neue Testament, später fügte er das Alte Testament hinzu.  Das ermöglichte auch denen, die Bibel zu lesen oder sprachlich zu verstehen, die nicht Latein oder eine andere der alten Sprachen konnten. Eine große Veränderung. Damit waren die Menschen nicht mehr darauf angewiesen, von Theologen einzelne Bibelworte nach deren Gutdünken zu erfahren. Luther gebrauchte teils deftige, handfeste Ausdrücke, die das „Volk“ verstand. Noch heute sind die Wörter wie „Schandfleck“ und Redewendungen wie „Perle vor die Säue werfen“ und viele, viele mehr geläufig. In den damaligen kirchlichen Kreisen kam es ebenfalls nicht gut an, dass der ehemalige Mönch und Kirchenprediger Martin Luther die aus dem Kloster geflohene Nonne Katharina von Bora ehelichte.
Außer dem Lied "Eine feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen ..." schrieb Luther viele weitere Lieder, von denen zum Beispiel "Aus tiefer Not, oh Herr, schrei ich zu Dir ..." sehr bekannt ist. 


Alte Lutherbibel, Herstellung Lufft, gesehen im Gailtaler Heimatmuseum.


Spaltung kam - Heute Ökumene-Bemühungen
In seiner Auseinandersetzung mit dem katholischen Glauben seiner Zeit war es, wie in unterschiedlichen Abhandlungen zu lesen ist, nicht um Abspaltung hin zu einer neuen Religion gegangen, sondern um eine Reformation, eine Erneuerung oder eher Verbesserung des Katholizismus. Aber die Spaltung ließ sich nicht aufhalten. Hier die Reformisten oder Protestanten, dort die Katholiken. Die Entwicklung schwappte über und war je nach Land und Fürstentum anders.
Noch heute haben wir erdweit Länder und Regionen, in denen mehrheitlich die eine oder die andere Religion vorherrscht. Schon damals wurden teils ehedem katholische Kirchen in solche für Protestanten umgewandelt. Gab es schon vorher schlimme Auseinandersetzungen wie die Bauernkriege, war die schlimmste Folge schließlich der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, der teils grausam zwischen Evangelismus- und Katholizismus-Anhängern und Staaten geführt wurde und schließlich 1648 mit dem in Münster und Osnabrück geschlossenen „Westfälischen Frieden“ endete. Insgesamt aber haben wir Menschen daraus wenig gelernt: Heute beschäftigen uns immer noch Kriege und Grausamkeiten in vielen Teilen der Welt, eben auch solche, die auf unterschiedlichen Glaubensrichtungen beruhen und bei denen es außerdem wie wie immer um Ressourcengewinn und Machtstreben geht.

Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche änderte sich mit der Zeit ebenfalls. Man spricht von Säkularisierung, was grob die "Trennung von Kirche und Staat" bedeutet. Die Kirchen verloren weitgehend den Einfluss auf das Staatsgeschehen. Je nach Staat sind die Regelungen unterschiedlich.

Verschiedene Anschauungen, zum Beispiel beim Abendmahl, bestimmen stets noch die Unterschiede zwischen katholischem und evangelischem Kirchentum, außerdem gibt es in den Religionen selbst Unterschiede, ob beispielsweise von den orthodoxen Richtungen der katholischen Kirche bis hin zu den lutherischen und calvinistischen Richtungen sowie der verschiedenen Gemeinschaften der evangelischen Kirche. Zwischen katholischer und evangelischer Kirche gibt es seit Jahren den Gedanken der Ökumene (übersetzt ähnlich wie Gesamtheit, alle, besser noch "gemeinsam"), der zur Annäherung der Religionen beitragen soll. Seit Langem kennen wir auch schon gemeinsame Gottesdienste und von beiden Kirchen gemeinsam geprägte kirchliche oder sonstige Feiern.

Reformation im Siegerland
Im Siegerland hinterließ die Reformation im 16. Jahrhundert ebenfalls ihre Spuren. Je nach „Hauslinie“ oder anderer Verpflichtungen der Fürsten war man eher dem Katholischen oder dem Evangelischen nahe. Schaut man sich die *Daten des Landesbetriebs Information und Technik (IT.NRW) Nordrhein-Westfalen an, dann überwiegt im Kreis Siegen-Wittgenstein weitaus die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche (gut 55 Prozent) im Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche (knapp 22 Prozent). Die Anteile sind je nach Ort verschieden. In der Nachbarschaft wie im Kreis Olpe ist es schon wieder ganz anders. Hier hat die katholische Kirche weitaus mehr Mitglieder als die evangelische. *Die Daten beruhen auf dem Zensus, der "Volkszählung", aus 2011! Man muss berücksichtigen, dass sie quasi "stichprobenartig" mit nachfolgenden Berechnungen durchgeführt wurde, es durch Zuzug mittlerweile auch viele Menschen anderer Glaubensrichtungen gibt und sich bei den christlichen Kirchen in den vergangenen Jahren die Zahl durch viele Kirchenaustritte deutlich verringert hat. Was hat sie zu Austritten bewogen? Sind es Zeichen schnelllebiger Zeit oder Oberflächlichkeit, Kirchensteuer oder einfach Desinteresse an der Kirche, was nicht gleichbedeutend mit Glaube sein muss? Wir wissen es nicht.



Die seit Jahrhunderten evangelische Nikolaikirche in der Siegener Oberstadt. Es ist die bekannte Kirche mit dem "güldenen Krönchen".  

Die Veränderung der christlichen Religionen zur Reformationszeit wird auch in Siegen deutlich durch die Veränderungen der beiden Hauptkirchen. Sowohl Nikolaikirche als auch die älteste Siegener Kirche, die Martinikirche, beide ehemals katholisch, sind bald nach der Reformation evangelische Gotteshäuser. So ist es zum Beispiel auch mit den ebenfalls sehr alten Kirchen wie in Oberholzklau und Oberfischbach. 


Die nach der Reformation evangelische Martinkirche in der Siegener Oberstadt.

Neben der lutherischen Lehre hat sich im Siegerland die calvinistische am weitesten verbreitet. Es gibt meist evangelisch-reformierte Kirchengemeinden. Das wirkte sich auf viele Lebensbereiche aus und ist in vielen Kirchengebäuden selbst zu sehen: Die Innenräume sind schlicht und eher schmucklos gehalten. Viele schätzen es anders: reich verzierte und geschmückte Kirchen, die dem „HERRN“ Aufwartung machen, ihm Freude bereiten sollen. Außerdem gibt es im Siegerland viele kleinere und größere Glaubensgemeinschaften mit mehr oder weniger veränderten Lehren oder Ansichten zu Evangelismus und Glauben. Dabei spielen auch der Pietismus sowie die Begriffe Frömmigkeit, fromm sein, eine Rolle, ohne hier auf Entwicklung und Einzelheiten einzugehen.




Evangelische Kirchen haben oft eine schlichte Ausgestaltung des Innenraumes. In der Martinikirche in Siegen gefällt der Altarraum mit der beschrifteten Decke.


Auswirkungen im Alltag
Die unterschiedlichen Glaubensrichtungen waren auch in der Vergangenheit bis in die 1960er Jahre zu spüren. Von Gläubigen dieser und jener Seite wurden so genannte Mischehen nicht gerne gesehen. Andere wurden als „Luthersche“ bezeichnet oder als nur „Katholik“ betitelt. Unsere katholischen Spiel- und Schulkameraden hielten die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag relativ streng ein, zum Beispiel dadurch, dass sie keine Klümpchen (Bonbons) aßen. Katholische Gläubige, die am Aschermittwoch in die Kirche gingen und danach das Aschekreuz auf der Stirn hatten, wurden von Andersdenkenden belächelt oder verhämt. Die katholischen Kirchen boten und bieten zum Teil mehrere Gottesdienste, Messen, Hochamt an, vor allem zum Wochenende hin zu unterschiedlichen Zeiten. Bei uns war und ist das meist - von Feiertagen abgesehen - auf den Sonntag beschränkt, zum Beispiel ab 9.30 oder 10 Uhr. Zu unserer Zeit gingen die Kinder anschließend zum anders und altersbezogen gestalteten Kindergottesdienst, sodass wir zum Mittagessen wieder zu Hause waren. 
Kirchgang hieß früher bei uns: Johanneskirche auf der Eintracht. Einmal war ein Missionar aus unserer Gemeinde da, der in Afrika war und von seinem Aufenthalt erzählte. Spannend. Besonders schön war es auch tur Adventszeit und zu Weihnachten. 
Wegen des Baus der Siegerlandhalle gab es die Kirche an diesem Ort dann irgendwann nicht mehr. Wir hatten dann das neue Gemeindehaus am Rosterberg für Gottesdienste und Konfirmandenunterricht.




Nach dem Ende der Johanneskirche auf der Eintracht nutzten wir für Gottesdienst und Konfirmationsunterricht das Gemeindehaus am Rosterberg.

Wie immer noch gingen wir Evangelischen zum Konfirmandenunterricht, heute kurz Konfi, der dann mit 14 oder 15 Jahren mit der Konfirmation, der offiziellen Aufnahme in die kirchliche Gemeinschaft, beendet war. Unter anderem lernten wir mit „Fragen“ nach dem Ende des 16. Jahrhunderts entstandenen „Heidelberger Katechismus“ mehr zu Bibel und Glaube. Auf die Fragen wie „Was ist Dein einziger Trost im Leben und Sterben?“ Kam dann „Dass ich mit Leib und Seele, beides ...“. Der Katechismus hatte eben auch direkt die Antworten. Viele mussten wir auswendig lernen. Aus dem Kopf, nicht auf das Smartphone schauend über eine App, die dann vielleicht "Katechismus-Fragen" geheißen hätte.
Schon viel früher, mit neun bis zehn Jahren gingen und gehen die katholischen Kinder nach Unterrichtung zu ihrer Erstkommunion. Beides war mit feierlicher Kirchenzeremonie und großen Familienfesten verbunden. Einige Jahre nach der Kommunion, mit um die 14, 15 Jahre kommt es dann bei den katholischen Jugendlichen zur endgültigen Aufnahme, der Firmung. Getauft waren wir alle. In der katholischen Kirche ist die Taufe wie es beispielsweise auch die Ehe ist, ein Sakrament, etwas Heiliges. Auf beiden Seiten waren die Vor-Schulungen nicht immer abwechslungsreich, sondern teils auch langweilig. "Nä, da hab ich heute keinen Bock drauf", würde man heute wohl sagen. Dennoch nahmen viele Jahre später die eigenen Kinder und Jugendlichen unserer Bekannten und unser Kind daran teil. Das war Teil unserer Tradition und Glaubenskultur. Bereut hat es kein Kind.Viele werden es wiederum weitergeben. 


Jahrhunderte alt, die Kirchen in Oberholzklau (l.), Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt, und Oberfischbach, urkundlich erwähnt gegen Mitte des 14. Jahrhunderts.

Vielleicht irgendwann
Es ist anzunehmen, dass es zu einem Zusammenschluss der großen christlichen Kirchen noch einige oder viele Jahre Zeit braucht, wenn es überhaupt gelingt. Seit Jahrzehnten haben wir auch vor Ort mit anderen Kulturen und Religionen zu tun, mit Menschen, deren Geschichte, Glaube und Traditionen anders als unsere sind. Unsere Eltern und wir konnten mit den jeweils anderen gut zusammenleben, selbst mit denen, die keiner der Kirchen angehörten.Von damals bis heute gab und gibt es dadurch keinerlei Probleme in Freundschafts-, Bekannten- und Nachbarschaftskreisen. Toleranz und gelebtes Miteinander sind wichtige Werte. Jeder muss nach seiner Fasson leben und glauben, seinen Weg zum Glücklich- und Zufriedensein finden, unabhängig von den vielen Fährnissen und Rückschlägen während des Lebens. Wir Christen glauben schließlich nicht an Kirchen, sondern an Gott und seinen Sohn Jesus. Das aber tun wir je nach eigenem Wunsch im stillen Kämmerlein, in der Kirche und im Gebet. So eint schließlich der Glaube an sich.

Zahlreiche Veranstaltungen
Bereits seit Monaten gibt es zahlreiche Veranstaltungen im Siegerland rund um die Reformation. Am Reformationstag selbst, 31. Oktober, stehen die verschiedensten Gottesdienste, auch ökumenisch, auf dem Programm. Besonderes wie Jazzgottesdienst, Theatergottesdienst und mehr in unterschiedlichsten Räumlichkeiten sind auch dabei. Eine „Regionale Kirchennacht“ – warum ist sie in Englisch als "ChurchNight" angekündigt,wo es doch gerade Luther wichtig war, für ein verständliches Deutsch zu sorgen?  – wird ebenfalls gefeiert, zum Beispiel in der evangelischen Kirche Niederschelden und in der Johanneskirche in Oberfischbach. Weitere Konzerte, Predigtreihen, Gottesdienste und anderes gibt es darüber hinaus noch im November und Dezember. Das gesamte Veranstaltungsprogramm können Sie über die Internetseite des Kirchenkreises aufrufen:

Seit nun 500 Jahren gibt es die Reformation mit allen Veränderungen, Zerwürfnissen und Auseinandersetzungen in den früheren Jahrhunderten bis heute. Im Jahr 2017 gedenken viele dieses Ereignisses, das wegen der verschiedenen Ausrichtungen die kirchlichen Lehren und wohl ebenfalls die Welt verändert hat. Unterschiede gibt es immer noch. Der Glaube selbst ist aber eher persönlich und hat für jeden etwas dabei, wie im Lied „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not ...“.   Jürgen Weller



(Zusammengetragen nach eigenen Erfahrungen und Kenntnissen. Daten und Details teils mithilfe von wikipedia.org und it.nrw.de. Es war seltsamerweise schwer möglich, genauere Zahlen zum Anteil evangelischer und katholischer Bevölkerung per Internet zu recherchieren. Deshalb belassen wir es bei den Angaben von 2011! Im Großen und Ganzen geht es auch weniger um Zahlen, sondern um einen allgemeinverständlichen kurzen Abriss zur Reformation mit Einbindung des Siegerlandes. Irrtum vorbehalten. (Alle Fotos, Repros aus verschiedenen Jahren. (c) buch-juwel und presseweller)  

Früheres und Aktuelles, einschließlich einer Online-Galerie mit Siegerländer Bildern, gibt es auf den ohne Anmeldung zugänglichen Seiten von www.buch-juwel.de