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Mittwoch, 3. Oktober 2018

Herbst im Siegerland zur Kinderzeit


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Herbstbunt in Siegen am Rosterberghang. (Alle Fotos: (c) presseweller)


Kastanien sammeln, Erntedank und Drachen steigen lassen



3. Oktober. Siegen. Wenn sich mit dem Oktober die Wälder nach und nach verfärben und in den Gärten nach der Ernte „aufgeräumt“ wird, dann ist das eine besondere Zeit. Das war für uns Kinder auch in den 1950er-Jahren so. Die Luft ist kühler als im Hochsommer, und teils gibt es bereits Bodenfrost. Neben hin und wieder windigem Wetter und Regen sind es die Sonnentage, die dieser Jahreszeit zu ihrem Glanz verhelfen, in den „goldenen Herbst“ eintauchen lassen, der die Natur in einen Rausch der Farben versetzt.

Die früher einsetzende Dunkelheit bedeutet „kürzere“ Tage fürs Spielen im Freien. Zu unserer Kindheit galt noch die normale“, die „richtige“ kalendarische Zeit, nach der sich die Natur ausrichtet. Mit Uhr umstellen sowie der „Sommer-“ und der fälschlich „Winterzeit“ genannten Periode hatten wir nichts am Hut, bevor die Politik „an der Zeit gedreht“ hatte. Heute sagen viele „wat for e Blödsinn“. Nun, vielleicht wird es irgendwann wieder geändert. Die EU hatte vor wenigen Wochen die völlig unrepräsentative Umfrage gestartet. Die Mehrheit der Teilnehmer hatte sich dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung abzuschaffen.



Doffeln (Kartoffeln) eingekellert, herbstlicher Schmuck mit Kürbis. 


Danke für die Ernte
Nach der Ernte, wenn Obst, Gemüse und die Feldfrüchte eingebracht sind und Stoppelfelder zurückbleiben, gilt es „danke für die Ernte“ zu sagen. Das gilt nicht nur für bäuerliche Betriebe, sondern für alle. Schließlich tragen die Produkte zu unser aller Versorgung bei. Jahr für Jahr kellerten wir einige Zentner Kartoffeln ein. Das Erntedankfest wird Anfang Oktober gefeiert, oft am 1. Oktobersonntag. Es gibt verschiedene Termine. Auf jeden Fall besuchten wir und Nachbarkinder mit den Eltern zum Fest das Gemeindehaus oder die Kirche. Der Altarraum war mit Ähren und Früchten festlich geschmückt, so wie es heute ebenfalls noch oft ist. Schön. Auf manchen Dörfern gab es auch geschmückte Erntewagen und mehr. Kurz: Das Erntedankfest war für uns ein besonderer Tag!

Gemütliche Zeit trotz der Zeugnisse
Die frühe Dämmerung ließ uns bereits an die Weihnachtszeit erinnern: Lange kann es nicht mehr dauern. Der Martinstag mit Laternenumzügen lieferte bereits eine gute Einstimmung. Wir sangen „St. Martin ist ein guter Mann, ...“ und andere. In der Straße fanden sich auch vor diesem Tag "Laternen-Kinder" zusammen. Die einen hatten einen „Mond“, die anderen die klassischen zylinderförmigen Laternen mit den Falten und in unterschiedlichsten Farben von Gelb und Rot bis Hellblau. Wir sangen „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne ...“ und klingelten an mancher Haustüre in der Hoffnung auf ein kleines Extra, ein paar Bonbons, etwas Schokolade oder einen Groschen. Für dieses Zehn-Pfennig-Stück konnten wir früher sogar noch etwas kaufen, zum Beispiel einen Lutscher. Ob man das mit einem Fünf-Cent-Stück auch kann, sei einmal dahingestellt. So mancher sagte heute „Fröaer bekoomst de noch wat ford Geld“ (Früher bekamst du noch was fürs Geld).

Die Schulkinder hatten Herbst- oder Kartoffelferien. Aber nicht nur das. Vor den Ferien gab es die Zwischenzeugnisse, „Giftblätter“. Da konnte es zu Hause hier und da auch Knatsch geben oder zumindest die Ermahnung: „Itz mosst de dech moa op dn Hoerseboarem setze“ (Jetzt musst du dich mal auf den Hosenboden setzen), kurz, „du musst dich nach den Ferien mehr anstrengen!“ Andere hatten gute, die meisten hatten durchschnittliche Zeugnisse, was sich in Lob oder Zufriedenheit ausdrückte. In unseren Kreisen gab es für gute Zeugnisse kein Geld, wie es heute oft anders üblich ist.
Abgesehen vom Laternenrundgang, bei dem teils auch die Mütter mitgingen, mussten wir vor der Dunkelheit zu Hause sein. In unserer Straße am Siegener Rosterberg sorgten die Gaslaternen, die jeden Abend von einem zuständigen Mitarbeiter der Gaswerke oder Stadt bedient wurden, für ein angenehmes dunkel-gelbes Licht. Zu Hause war der Herd oder der Ofen „gestocht“ (in Betrieb) und sorgte für wohlige Wärme. Dafür mussten vorher genug Kohle, Briketts und Holz eingetan werden. Wir trugen das Heizmaterial in Eimern in den Keller oder bis ans Kellerfenster. Heizungen gab es in unserer Straße noch kaum.
Wie wir hatten viele noch keinen Fernseher. Wir hörten an Herbst- und Winterabenden noch Hörspiele am Radio, spielten oder sangen zusammen und gingen für heutige Verhältnisse früh zu Bett. Wenn die Zeit rückte, hieß es „Itz awwer ab eed Bedde“ (Jetzt aber ab ins Bett).



Fleißig gebaut, der Schwarz-Rot-Gold-Drachen.  



Wenn die Drachen steigen
Das Siegerland mit seinen vielen Tälern und Höhen, bot uns auf
den Hügeln viele freie Flächen. Für uns war das oben am Rosterberg die Radschläfe, die damals noch nicht bebaut und damit ein willkommenes Gelände fürs Fußballspiel und im Herbst fürs Drachensteigen war. „Mr wonn moa enn schöarne Drache baue“ (wir wollen mal einen schönen Drachen bauen). Die Väter hatten, teils mit den Kindern zusammen, Drachen gebaut – aus Holzleisten, buntem pergamentartigem Papier, mit langen „Schwänzen“ und Schnur zum „Ausfahren“. Die verschobene Vierecksform war – neben einigen anderen Formaten – üblich. Damit ging es dann auf die „Schläfe“. Meist waren wir zu mehreren. Dann ging es je nach Wind los. Die Drachen wanden sich in die Höhe. Wir mussten Seil „zugeben“ oder je nach Wind wieder einholen. Wenn wir es noch nicht richtig konnten, halfen die Väter oder Mütter nach und zeigten uns, wie es geht. Abstürze waren aber dennoch nicht ausgeschlossen. Für uns Kinder waren das erlebnisreiche, rundum gute Tage. In heutiger Zeit sehen wir zur Herbstzeit oft auf dem Wiesengelände am Giersberg und in Wilden viele bunte Drachen in verschiedenen Formen am Himmel: schön und an unsere Kindheit erinnernd.



Aus den glänzenden Kastanien bauten wir Männchen. 


Bunte Wälder und Kastanien
Noch während die Äpfel und Birnen zu Ende reiften, hingen auch die Kastanien mit ihrem stacheligen grünen Außengehäuse an den Bäumen. Manche waren schon auf der Erde gefallen und „geplatzt“. Da lagen sie vor uns, die einfach schönen glänzend-braunen Kastanien, die wir zum Beispiel auf dem Eintrachtgelände in Siegen fanden. Unten auf der „Eintracht“ steht heute die Siegerlandhalle. Wir trugen die Kastanien nach Hause. Dienten sie einerseits zur herbstlichen Dekoration, bastelten wir mit Mutter, älteren Geschwistern oder allein Männchen und anderes daraus. Dazu brauchten wir dünne Holzstücke. Streichhölzer waren ideal. Der rote „Feuerkopf“ war vorher entfernt worden. Jeder kann sich vorstellen, dass so die Abende nicht langweilig wurden. Das alles, von den Drachen bis zu den Kastanien, war auch viele Jahre später so, als wir selbst Eltern waren. So schließen sich doch schlussendlich nicht die Erfahrungen, Erkundungen und der Lebenskreis, sondern vieles wird von Generation zu Generation weitergetragen und lebt fort, wenn teils auch in anderer Form.


Herbststimmung im Siegtal bei Nenkersdorf. 


Es ist nicht überall so, aber bei uns im Siegerland mit den Haubergen, Nieder-, Misch- und Nadelwäldern ist es so, dass sich Wälder und Landschaften im Herbst in einem wahren Farbrausch zeigen. So kennen wir es seit der Kindheit, und es ist bis heute so. Nein, wir brauchen nicht die sicher ebenfalls schönen Bilder aus anderen Regionen und vielen Teilen der Welt, wir haben sie vor der Haustüre. Es ist ein magisches Farbenspiel aus Grün, Rot, Braun und Gelb, dass an allen Ecken zu sehen ist. Und natürlich zeigen sich alle Farben in immer wieder anderen Nuancen, Einfärbungen. Eine bunte Wunderwelt, die uns die Natur seit jeher – und sicher immer weiter – bietet! Faszinierend.

„Mr sinn gern Sejerlänner“ sae veele. Joah, häst räächt.“ (Wir sind gern Siegerländer, sagen viele. Ja, du hast recht.)  Georg Hainer

Hinweise: Fotos aus verschiedenen Jahren. Örtlichkeiten können sich verändert haben. Irrtum bleibt zu allen Darstellungen stets vorbehalten. Es gibt eine große Auswahl an Herbstfotos aus dem Siegerland und anderen Regionen. Bei Interesse bitte bei Buch-Juwel oder Presseweller anfragen.

Autor Georg Hainer: Georg Hainer hat die Texte zu den Siegerland-Büchlein des Verlags verfasst sowie zig Geschichten, Gedichte und Beiträge zum Siegerland. 

Verlag Buch-Juwel: Der Siegener Verlag gibt im kommerziellen Bereich Heimatbücher heraus sowie Poster. Nicht kommerziell sind die verschiedenen Blogs, Magazine und Beiträge, die ohne Anmeldung über die Internet-Seite www.buch-juwel.de aufgerufen und frei gelesen werden können.  Das gilt auch für die Mundartseiten mit zahlreichen Begriffen, einschließlich kurzen Übersetzungen und Erläuterungen. 

Samstag, 21. Juli 2018


Die Sommer der Kindheit in Siegen – Beitrag mit Fotos


Bei Buch-Juwel gibt es einen erinnernden Rückblick auf die 1950er



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Siegen. 21. Juli 2018 (DiaPrw). In die Anfänge der 1950er-Jahre führt der große Beitrag "Die Sommer der Kindheit in Siegen" zurück. Er ist mit Bildern aus verschiedenen Jahren aufgelockert und auf dem Gedichts- und Geschichten-Blog des Siegener Verlags Buch-Juwel (www.buch-juwel.de) nachzulesen. Bei vielen wird die Geschichte Erinnerungen wecken.  Die Homepage ist ohne Anmeldung aufrufbar.


Siegen. Die Türme der Marienkirche (l.) und Nikolaikirche mit dem Krönchen, dem Wahrzeichen der Stadt. (Foto: presseweller) 

Erinnern Sie sich noch an das Zinkwännchen auf der Wiese, in dem man als Kleinkind planschte, an Abzählreime, Straßenspiele und gebleichte Wäsche? Zu diesem und mehr wird im 1. Teil der neuen  bebilderten Geschichte geschrieben, die den Untertitel "Planschen, Sonnen, Spielen“ trägt.  Der Verlag Buch-Juwel hat sie jetzt in seinem Gedichts- und Geschichten-Blog veröffentlicht.

Frühe 1950er-Jahre
Die Nachkriegszeit bis zu den frühen 1950er-Jahren war eine Zeit, in der Kinder noch mit vielen etwa Gleichaltrigen aus dem Haus oder der Nachbarschaft spielen konnten und es auf der Wohnstraße kaum Verkehr kam. Die Eltern waren froh, dass der Krieg vorbei war und schon bald der wirtschaftliche Aufschwung kam, bekannt als „Wirtschaftswunder“. So lässt die Geschichte erinnern und viele noch einmal auf die damaligen Zeiten rückbesinnen. Der große Beitrag ist ohne Anmeldung bei buch-juwel.de unter „Siegerland-Forum“ aufrufbar.

Über die Homepage gelangen Sie auch zu weiteren Themen, Magazinen und mehr zum Siegerland: www.buch-juwel.de


Dienstag, 24. Oktober 2017

Reformationstag – früher mit Kirchgang


Im Zeichen des Kreuzes stehen unsere christlichen Religionen. (Fotos: DiaPrw)


„Ein feste Burg ist unser Gott ...“ / Kirchenwechsel im Siegerland


24. Oktober 2017 (buJuw), Kurz bevor früher der Reformationstag anstand, der 31. Oktober, hieß es zu Hause in den evangelischen Familien schon: „Dann gehen wir in die Kirche“. So war es denn auch, weil es in der Schule für den Kirchgang frei gab. Meist mit den Müttern zogen wir Kinder dann - alle "sonntäglich" gekleidet -  in die nächstgelegene Kirche oder ins nahe Gemeindehaus. Das war für uns nicht ungewöhnlich, weil man in den 1950er- und -60er-Jahren ohnehin viel öfter zum Gottesdienst ging. So kannten es auch schon die Eltern, die früher ins Gemeindehaus oder in eine nahe Kirche zum Gottesdienst gegangen waren. Die Predigt drehte sich an diesem Tag vor allem um die 95 Thesen, die Martin Luther verfasst hatte. Das Höchste aber war stets, wenn das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ angestimmt wurde. Das kannte nahezu jeder und so erfüllten Gesang und Orgelbegleitung den Raum. Stimmungsvoll.

Im evangelischen Religionsunterricht in der Schule war die Reformation ein besonderes Thema. Da war der ehemalige in Eisleben geborene Mönch Martin Luther, der mit seiner Meinung zu den Lehren des damals üblichen katholischen Glaubens aufbegehrte. Vor allem der Ablasshandel war ihm ein Dorn im Auge. Mit einem Ablassbrief konnte man sich danach gegen Geld von Sünden freikaufen. Uns vermittelte man dazu der Erinnerung nach den Satz „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Damit hörten wir auch von einem Johann Tetzel, der unter anderem im Ablasshandel unterwegs war.





Martin Luther ist der Reformator. (Zeichnung: EdW nach Lucas Cranach)


Luther aber sah allein die Gnade Gottes, den Glauben an Jesus Christus, zur Vergebung der Sünden an. Andere, wie Johannes Calvin, hatten dazu eine andere Meinung. Calvin ging unter anderem davon aus, dass alles für den Menschen vorherbestimmt sei, Fleiß, Zucht und Ordnung zum gläubigen Menschenleben gehörten. Damit gab es mehrere dieser Reformatisten. Zu der Zeit waren das auch Philipp Melanchthon, Ulrich Zwingli und Thomas Müntzer. So haben wir Evangelischen es damals in der Schule erfahren.

500 Jahre Reformation und verständlicher Bibeltext
Einen entscheidenden Schnitt soll es am 31. Oktober 1517 gegeben haben. So wird das Aufhängen, der „Anschlag“, des Blattes mit den 95 Thesen von Martin Luther an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg datiert. Neben anderem geht es darin um Buße und den Ablasshandel. Das wird in diesem Jahr, 2017, von evangelischen Christen in aller Welt gefeiert!

Damals kam danach eine unruhige Zeit. Im Religions- und im Konfirmandenunterricht erfuhren wir auch eine Reihe der Geschichten um Luther, wie zu Fegefeuer, zum Bann und zum Reichstag in Worms und dass er als „Junker Jörg“ zum eigenen Schutz in der Wartburg verbrachte. Dort soll er ein Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben. Vor allem aber leistete er etwas Bedeutendes: Er übersetzte die Bibel in verständliches Deutsch; dort zuerst das Neue Testament, später fügte er das Alte Testament hinzu.  Das ermöglichte auch denen, die Bibel zu lesen oder sprachlich zu verstehen, die nicht Latein oder eine andere der alten Sprachen konnten. Eine große Veränderung. Damit waren die Menschen nicht mehr darauf angewiesen, von Theologen einzelne Bibelworte nach deren Gutdünken zu erfahren. Luther gebrauchte teils deftige, handfeste Ausdrücke, die das „Volk“ verstand. Noch heute sind die Wörter wie „Schandfleck“ und Redewendungen wie „Perle vor die Säue werfen“ und viele, viele mehr geläufig. In den damaligen kirchlichen Kreisen kam es ebenfalls nicht gut an, dass der ehemalige Mönch und Kirchenprediger Martin Luther die aus dem Kloster geflohene Nonne Katharina von Bora ehelichte.
Außer dem Lied "Eine feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen ..." schrieb Luther viele weitere Lieder, von denen zum Beispiel "Aus tiefer Not, oh Herr, schrei ich zu Dir ..." sehr bekannt ist. 


Alte Lutherbibel, Herstellung Lufft, gesehen im Gailtaler Heimatmuseum.


Spaltung kam - Heute Ökumene-Bemühungen
In seiner Auseinandersetzung mit dem katholischen Glauben seiner Zeit war es, wie in unterschiedlichen Abhandlungen zu lesen ist, nicht um Abspaltung hin zu einer neuen Religion gegangen, sondern um eine Reformation, eine Erneuerung oder eher Verbesserung des Katholizismus. Aber die Spaltung ließ sich nicht aufhalten. Hier die Reformisten oder Protestanten, dort die Katholiken. Die Entwicklung schwappte über und war je nach Land und Fürstentum anders.
Noch heute haben wir erdweit Länder und Regionen, in denen mehrheitlich die eine oder die andere Religion vorherrscht. Schon damals wurden teils ehedem katholische Kirchen in solche für Protestanten umgewandelt. Gab es schon vorher schlimme Auseinandersetzungen wie die Bauernkriege, war die schlimmste Folge schließlich der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, der teils grausam zwischen Evangelismus- und Katholizismus-Anhängern und Staaten geführt wurde und schließlich 1648 mit dem in Münster und Osnabrück geschlossenen „Westfälischen Frieden“ endete. Insgesamt aber haben wir Menschen daraus wenig gelernt: Heute beschäftigen uns immer noch Kriege und Grausamkeiten in vielen Teilen der Welt, eben auch solche, die auf unterschiedlichen Glaubensrichtungen beruhen und bei denen es außerdem wie wie immer um Ressourcengewinn und Machtstreben geht.

Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche änderte sich mit der Zeit ebenfalls. Man spricht von Säkularisierung, was grob die "Trennung von Kirche und Staat" bedeutet. Die Kirchen verloren weitgehend den Einfluss auf das Staatsgeschehen. Je nach Staat sind die Regelungen unterschiedlich.

Verschiedene Anschauungen, zum Beispiel beim Abendmahl, bestimmen stets noch die Unterschiede zwischen katholischem und evangelischem Kirchentum, außerdem gibt es in den Religionen selbst Unterschiede, ob beispielsweise von den orthodoxen Richtungen der katholischen Kirche bis hin zu den lutherischen und calvinistischen Richtungen sowie der verschiedenen Gemeinschaften der evangelischen Kirche. Zwischen katholischer und evangelischer Kirche gibt es seit Jahren den Gedanken der Ökumene (übersetzt ähnlich wie Gesamtheit, alle, besser noch "gemeinsam"), der zur Annäherung der Religionen beitragen soll. Seit Langem kennen wir auch schon gemeinsame Gottesdienste und von beiden Kirchen gemeinsam geprägte kirchliche oder sonstige Feiern.

Reformation im Siegerland
Im Siegerland hinterließ die Reformation im 16. Jahrhundert ebenfalls ihre Spuren. Je nach „Hauslinie“ oder anderer Verpflichtungen der Fürsten war man eher dem Katholischen oder dem Evangelischen nahe. Schaut man sich die *Daten des Landesbetriebs Information und Technik (IT.NRW) Nordrhein-Westfalen an, dann überwiegt im Kreis Siegen-Wittgenstein weitaus die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche (gut 55 Prozent) im Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche (knapp 22 Prozent). Die Anteile sind je nach Ort verschieden. In der Nachbarschaft wie im Kreis Olpe ist es schon wieder ganz anders. Hier hat die katholische Kirche weitaus mehr Mitglieder als die evangelische. *Die Daten beruhen auf dem Zensus, der "Volkszählung", aus 2011! Man muss berücksichtigen, dass sie quasi "stichprobenartig" mit nachfolgenden Berechnungen durchgeführt wurde, es durch Zuzug mittlerweile auch viele Menschen anderer Glaubensrichtungen gibt und sich bei den christlichen Kirchen in den vergangenen Jahren die Zahl durch viele Kirchenaustritte deutlich verringert hat. Was hat sie zu Austritten bewogen? Sind es Zeichen schnelllebiger Zeit oder Oberflächlichkeit, Kirchensteuer oder einfach Desinteresse an der Kirche, was nicht gleichbedeutend mit Glaube sein muss? Wir wissen es nicht.



Die seit Jahrhunderten evangelische Nikolaikirche in der Siegener Oberstadt. Es ist die bekannte Kirche mit dem "güldenen Krönchen".  

Die Veränderung der christlichen Religionen zur Reformationszeit wird auch in Siegen deutlich durch die Veränderungen der beiden Hauptkirchen. Sowohl Nikolaikirche als auch die älteste Siegener Kirche, die Martinikirche, beide ehemals katholisch, sind bald nach der Reformation evangelische Gotteshäuser. So ist es zum Beispiel auch mit den ebenfalls sehr alten Kirchen wie in Oberholzklau und Oberfischbach. 


Die nach der Reformation evangelische Martinkirche in der Siegener Oberstadt.

Neben der lutherischen Lehre hat sich im Siegerland die calvinistische am weitesten verbreitet. Es gibt meist evangelisch-reformierte Kirchengemeinden. Das wirkte sich auf viele Lebensbereiche aus und ist in vielen Kirchengebäuden selbst zu sehen: Die Innenräume sind schlicht und eher schmucklos gehalten. Viele schätzen es anders: reich verzierte und geschmückte Kirchen, die dem „HERRN“ Aufwartung machen, ihm Freude bereiten sollen. Außerdem gibt es im Siegerland viele kleinere und größere Glaubensgemeinschaften mit mehr oder weniger veränderten Lehren oder Ansichten zu Evangelismus und Glauben. Dabei spielen auch der Pietismus sowie die Begriffe Frömmigkeit, fromm sein, eine Rolle, ohne hier auf Entwicklung und Einzelheiten einzugehen.




Evangelische Kirchen haben oft eine schlichte Ausgestaltung des Innenraumes. In der Martinikirche in Siegen gefällt der Altarraum mit der beschrifteten Decke.


Auswirkungen im Alltag
Die unterschiedlichen Glaubensrichtungen waren auch in der Vergangenheit bis in die 1960er Jahre zu spüren. Von Gläubigen dieser und jener Seite wurden so genannte Mischehen nicht gerne gesehen. Andere wurden als „Luthersche“ bezeichnet oder als nur „Katholik“ betitelt. Unsere katholischen Spiel- und Schulkameraden hielten die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag relativ streng ein, zum Beispiel dadurch, dass sie keine Klümpchen (Bonbons) aßen. Katholische Gläubige, die am Aschermittwoch in die Kirche gingen und danach das Aschekreuz auf der Stirn hatten, wurden von Andersdenkenden belächelt oder verhämt. Die katholischen Kirchen boten und bieten zum Teil mehrere Gottesdienste, Messen, Hochamt an, vor allem zum Wochenende hin zu unterschiedlichen Zeiten. Bei uns war und ist das meist - von Feiertagen abgesehen - auf den Sonntag beschränkt, zum Beispiel ab 9.30 oder 10 Uhr. Zu unserer Zeit gingen die Kinder anschließend zum anders und altersbezogen gestalteten Kindergottesdienst, sodass wir zum Mittagessen wieder zu Hause waren. 
Kirchgang hieß früher bei uns: Johanneskirche auf der Eintracht. Einmal war ein Missionar aus unserer Gemeinde da, der in Afrika war und von seinem Aufenthalt erzählte. Spannend. Besonders schön war es auch tur Adventszeit und zu Weihnachten. 
Wegen des Baus der Siegerlandhalle gab es die Kirche an diesem Ort dann irgendwann nicht mehr. Wir hatten dann das neue Gemeindehaus am Rosterberg für Gottesdienste und Konfirmandenunterricht.




Nach dem Ende der Johanneskirche auf der Eintracht nutzten wir für Gottesdienst und Konfirmationsunterricht das Gemeindehaus am Rosterberg.

Wie immer noch gingen wir Evangelischen zum Konfirmandenunterricht, heute kurz Konfi, der dann mit 14 oder 15 Jahren mit der Konfirmation, der offiziellen Aufnahme in die kirchliche Gemeinschaft, beendet war. Unter anderem lernten wir mit „Fragen“ nach dem Ende des 16. Jahrhunderts entstandenen „Heidelberger Katechismus“ mehr zu Bibel und Glaube. Auf die Fragen wie „Was ist Dein einziger Trost im Leben und Sterben?“ Kam dann „Dass ich mit Leib und Seele, beides ...“. Der Katechismus hatte eben auch direkt die Antworten. Viele mussten wir auswendig lernen. Aus dem Kopf, nicht auf das Smartphone schauend über eine App, die dann vielleicht "Katechismus-Fragen" geheißen hätte.
Schon viel früher, mit neun bis zehn Jahren gingen und gehen die katholischen Kinder nach Unterrichtung zu ihrer Erstkommunion. Beides war mit feierlicher Kirchenzeremonie und großen Familienfesten verbunden. Einige Jahre nach der Kommunion, mit um die 14, 15 Jahre kommt es dann bei den katholischen Jugendlichen zur endgültigen Aufnahme, der Firmung. Getauft waren wir alle. In der katholischen Kirche ist die Taufe wie es beispielsweise auch die Ehe ist, ein Sakrament, etwas Heiliges. Auf beiden Seiten waren die Vor-Schulungen nicht immer abwechslungsreich, sondern teils auch langweilig. "Nä, da hab ich heute keinen Bock drauf", würde man heute wohl sagen. Dennoch nahmen viele Jahre später die eigenen Kinder und Jugendlichen unserer Bekannten und unser Kind daran teil. Das war Teil unserer Tradition und Glaubenskultur. Bereut hat es kein Kind.Viele werden es wiederum weitergeben. 


Jahrhunderte alt, die Kirchen in Oberholzklau (l.), Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt, und Oberfischbach, urkundlich erwähnt gegen Mitte des 14. Jahrhunderts.

Vielleicht irgendwann
Es ist anzunehmen, dass es zu einem Zusammenschluss der großen christlichen Kirchen noch einige oder viele Jahre Zeit braucht, wenn es überhaupt gelingt. Seit Jahrzehnten haben wir auch vor Ort mit anderen Kulturen und Religionen zu tun, mit Menschen, deren Geschichte, Glaube und Traditionen anders als unsere sind. Unsere Eltern und wir konnten mit den jeweils anderen gut zusammenleben, selbst mit denen, die keiner der Kirchen angehörten.Von damals bis heute gab und gibt es dadurch keinerlei Probleme in Freundschafts-, Bekannten- und Nachbarschaftskreisen. Toleranz und gelebtes Miteinander sind wichtige Werte. Jeder muss nach seiner Fasson leben und glauben, seinen Weg zum Glücklich- und Zufriedensein finden, unabhängig von den vielen Fährnissen und Rückschlägen während des Lebens. Wir Christen glauben schließlich nicht an Kirchen, sondern an Gott und seinen Sohn Jesus. Das aber tun wir je nach eigenem Wunsch im stillen Kämmerlein, in der Kirche und im Gebet. So eint schließlich der Glaube an sich.

Zahlreiche Veranstaltungen
Bereits seit Monaten gibt es zahlreiche Veranstaltungen im Siegerland rund um die Reformation. Am Reformationstag selbst, 31. Oktober, stehen die verschiedensten Gottesdienste, auch ökumenisch, auf dem Programm. Besonderes wie Jazzgottesdienst, Theatergottesdienst und mehr in unterschiedlichsten Räumlichkeiten sind auch dabei. Eine „Regionale Kirchennacht“ – warum ist sie in Englisch als "ChurchNight" angekündigt,wo es doch gerade Luther wichtig war, für ein verständliches Deutsch zu sorgen?  – wird ebenfalls gefeiert, zum Beispiel in der evangelischen Kirche Niederschelden und in der Johanneskirche in Oberfischbach. Weitere Konzerte, Predigtreihen, Gottesdienste und anderes gibt es darüber hinaus noch im November und Dezember. Das gesamte Veranstaltungsprogramm können Sie über die Internetseite des Kirchenkreises aufrufen:

Seit nun 500 Jahren gibt es die Reformation mit allen Veränderungen, Zerwürfnissen und Auseinandersetzungen in den früheren Jahrhunderten bis heute. Im Jahr 2017 gedenken viele dieses Ereignisses, das wegen der verschiedenen Ausrichtungen die kirchlichen Lehren und wohl ebenfalls die Welt verändert hat. Unterschiede gibt es immer noch. Der Glaube selbst ist aber eher persönlich und hat für jeden etwas dabei, wie im Lied „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not ...“.   Jürgen Weller



(Zusammengetragen nach eigenen Erfahrungen und Kenntnissen. Daten und Details teils mithilfe von wikipedia.org und it.nrw.de. Es war seltsamerweise schwer möglich, genauere Zahlen zum Anteil evangelischer und katholischer Bevölkerung per Internet zu recherchieren. Deshalb belassen wir es bei den Angaben von 2011! Im Großen und Ganzen geht es auch weniger um Zahlen, sondern um einen allgemeinverständlichen kurzen Abriss zur Reformation mit Einbindung des Siegerlandes. Irrtum vorbehalten. (Alle Fotos, Repros aus verschiedenen Jahren. (c) buch-juwel und presseweller)  

Früheres und Aktuelles, einschließlich einer Online-Galerie mit Siegerländer Bildern, gibt es auf den ohne Anmeldung zugänglichen Seiten von www.buch-juwel.de

Samstag, 11. Februar 2017

Magazin: Winter im Siegerland


Auf der Höhe zwischen Wilnsdorf und Wilden gab es Ende Januar diesen Blick zur verschneiten Landschaft. Die Abbildung ist eine Collage zum Originaltitel des Magazins. 


Bei Buch-Juwel führt der Schneemann durchs Land


11. Februar 2017. Siegerland (DiaPrW). Seejerlänner wissen es seit Generationen: Schnee, das ist im Landstrich an der Sieg auch in der Neuzeit kein Fremdwort. Verschieden sind je nach Jahr die Zeiten, wann es zum ersten Mal schneit, wie lange Schnee und Frost erhalten bleiben und die Schneehöhen. Da kann es richtig "dicke" kommen. Auch noch im März. Im brandneuen zehnseitigen Online-Magazin von Buch-Juwel (www.buch-juwel.de) sind Bilder aus verschiedenen Jahren zu sehen, vom dick verschneiten Tann bis zum weiten Blick übers Land. Das Magazin kann ohne Anmeldung aufgerufen und angeschaut werden.
Ob romantischer Nadelwald, weite Blicke wie vom Rödgen zur Haincher Höhe oder vom Eisernhardt über Eisern, Schneemann in Rinsdorf, Szenen bei Rudersdorf, auf der Ginsberger Heide und mehr lassen ein Stück Schnee und Winterzeit „em Seejerland“, im Siegerland, erleben.
Das Magazin kann über die Seite „Magazine“ auf buch-juwel.de aufgerufen werden.

Wer ein bisschen weiter unten unter Videos schaut, findet – mit zum Teil anderen Bildern – auch ein Video zum Thema. Es ist ebenfalls ohne Anmeldung aufrufbar und kann frei angeschaut werden.  

Samstag, 3. Dezember 2016

Sehr gut besucht: Weihnachtsmarkt rund um die Siegener Erlöserkirche


Ein rundes Angebot (älteres Foto) gab es wieder beim Weihnachtsmarkt rund um die Erlöserkirche in der Winchenbach in Siegen. (Fotos: presseweller)

Seit Jahren ein beliebter Treff im Wohngebiet Winchenbach


3. Dezember 2016. Siegen (DiaPrW). Lief es zu Beginn vor vielen Jahren bereits gut an, kommen mittlerweile immer viele Besucher, um den kleinen Weihnachtsmarkt rund um die und in der Erlöserkirche in der Siegener Winchenbach mitzuerleben. So war es auch an diesem Samstag, dem 3. Dezember. Auftakt durch die Turmbläser. Der Markt bietet ein durchaus sehens- und kaufenswertes Angebot an Kunsthandwerk verschiedener Art. Die Palette reichte von Papier- und Holzarbeiten über Glasschmuck bis zu kleinen und größeren Fotokarten mit besonderen Motiven wie „Siegen bei Nacht“. Vertreten war ebenfalls wieder ein Stand mit ausgewählten Weinen. Das wird abgerundet durch das großzügige „Cafe“ mit dem Kuchenbuffet im Saal. Auf Deftiges wie Bratwürste, Fritten und Co. musste ebenfalls nicht verzichtet werden wie auch auf unterschiedlichste Getränke.

Bereits von Beginn an strömten die Besucher durch die Straßen der Winchenbach zum Weihnachtsmarkt. „Oh, jetzt müssen wir etwas warten, bis ein Platz frei wird“, sagten manche, die etwas später gegen 15.30 Uhr ins „Cafe“ kamen. Es war voll besetzt. Da bummelte man halt noch an den Ständen vorbei und schaute, was man selbst oder als Geschenk gebrauchen könnte. So kommen nicht nur viele ins Gespräch, die sonst tagsüber arbeiten, sondern auch Ältere, für die solch ein „Weihnachtsmarkt mit Café“ eine schöne Abwechslung ist.

Kuchen, Waffeln, Standbestückung und mehr – wie den alljährlichen Weihnachtsbaumverkauf – hatten wieder Freiwillige übernommen. Schön, auch eine Mutter aus einer Flüchtlingsfamilie, die früher in der Winchenbach-Unterkunft war, half mit. Als vor 19 Uhr die Café-Zeit beendet war, standen noch viele Gruppen draußen an den Ständen. Mal wieder gut gelungen, der kleine Weihnachtsmarkt in der Winchenbach! (jw)





Teilansicht der Erlöserkirche in Siegen Winchenbach. Ein bisschen Schnee wie vor ein paar Tagen hätte auch gepasst. Aber wie es war, war's angenehm. 

In der Siegener Winchenbach: Adventsnachmittag für Flüchtlinge


Das für Flüchtlinge ehrenamtlich eingerichtete Café international" war zum Adventskaffee sehr gut besucht. (Foto: presseweller) 


Das"Café international" in der Schule war gut besucht


3. Dezember 2016. Siegen (DiaPrW). In der Winchenbach in Siegen entstand die Idee, am Samstag vor dem 1. Advent, am 26. November, das frühere Flüchtlingscafé für einen Adventsnachmittag mit Kaffee oder Tee und Kuchen zu öffnen. Ein Treffer - die Resonanz war groß! Einige Zeit diente ein Teil der Winchenbachschule als Notunterkunft für Asylsuchende. Die Erlöserkirchengemeinde hatte darin ein „Café international“ eingerichtet, das ehrenamtlich von Gemeindemitgliedern betreut wurde. Aber auch nachdem für viele der Flüchtlinge Wohnungen oder Zimmer zur Verfügung standen und es keine Neueinweisungen gab und die Notunterkunft in der Turnhalle nicht mehr belegt ist, brach der Kontakt nicht ab. Rührige ehrenamtlich Tätige kümmern sich um Familien und Einzelpersonen. Das bestätigte sich am 1. Adventssamstag. 


Es gab die verschiedensten Kuchen, hier Mohnkuchen mit "Guss".


Das Advents-Café in der Winchenbachschule erfreute sich an diesem Samstagnachmittag großen Zuspruchs. Es hatte Hinweise an verschiedene ehemalige Besucher gegeben. Das hatte sich rumgesprochen. Das Café bot den Asylsuchenden einmal mehr Gelegenheit, sich jenseits aller Sorgen und Probleme einen gemütlichen Nachmittag mit der Familie oder mit anderen zu machen. Viele der Asylsuchenden sprachen schon ein bisschen oder viel mehr Deutsch. Man kam gegenseitig zu verschiedenen Themen ins Gespräch.
Nach und nach löste sich die Runde nach 17 Uhr auf. Über den großen Zuspruch freuten sich auch die Helfer. „Das war richtig gut und schön“, sagten sie anschließend." Ja, es geht doch mit dem Zusammensein, ein schönes Zeichen, dass man unabhängig von anderer Nationalität und verschiedenen Glaubens durchaus etwas gemeinsam machen kann – ein kleines Stück gelebte Integration. (jw)


Freitag, 8. Juli 2016

Siegen: Unterstadt im frischen Antlitz


Titel des vierseitigen Magazins mit (u.) neuem Siegufer. (Foto-Mont.: ((c)presseweller)

Neue Ufergestaltung der Sieg mit großer Treppe/ Brücke mit Henner und Frieder


Siegen. Juli 2016 (DiaPrW). Mit der Freigabe der in Teilbereichen neuen Ufergestaltung der Sieg vor wenigen Wochen zeigt sich die Stadt rund um Herrengarten und Kölner Tor einmal mehr im frischen Antlitz.
Die neue große Treppenanlage an der Sieg wirkt locker und luftig, lädt ein zum Hinsetzen, Lesen und Abschalten. Die Siegbrücke zeigt sich hell und freundlich mit ihrer Pflasterung, und auf der Brücke zum Kölner Tor hin haben Henner und Frieder, Berg- und Hüttenmann, ihren Platz gefunden. Die schon etwas länger zurückliegende Verschönerung der alten Stadtmauer im Bereich Kölner Tor, passt harmonisch ins Ensemble. Über der Stadtmauer ragt die altehrwürdige Martinikirche empor.
Der Verlag Buch-JuWel hat dazu Ende Juni ein komprimiertes Magazin zum Blättern mit Fotos und kurzen Informationen herausgegeben. Es kann direkt ohne Anmeldung auf der Seite Magazine-Videos-Blogsd auf http://www.presseweller.de aufgerufen werden.

Freitag, 30. Oktober 2015

In Siegen: Asyl- und Flüchtlingshilfe vor Ort


Das Cafe kommt bei Betroffenen und Einheimischen gut an. (Foto: presseweller)


In der Winchenbach gibt es ein „Café international“


Oktober 2015. Siegen (Prw). Im Siegerland haben inzwischen zahlreiche Asylsuchende und Flüchtlinge eine „Herberge“ gefunden, ob in größerer Zahl in Unterkünften an der Uni in Weidenau und anderswo oder im kleineren Rahmen. In Siegen sind unter anderem in der Turnhalle der Winchenbachschule, ehemalige Hauptschule, seit einigen Wochen immer um die 50 hilfesuschende Menschen unterschiedlicher Herkunft untergebracht, teilweise Familien mit auch kleineren Kindern sowie Paare und Alleinstehende. 

Seit Anfang an gab es Informationen seitens der Stadtverwaltung. Die Siedlergemeinschaft Münterweg-Winchenbach und die Erlöserkirchengemeinde hatten direkt Unterstützung angeboten. Mittlerweile gibt es sogar ein „Café international“.
Asylsuchende, die vorübergehend oder länger in einer entsprechenden Unterkunft wohnen, finden Schutz, werden versorgt, brauchen aber auch Hilfe. Ob es um Bekleidung - gerade jetzt ist Wärmendes für den Winter notwendig - Schuhe oder Spielzeug für die Kinder geht: Unterstützung ist in vielerlei Hinsicht angebracht, einschließlich persönlicher Betreuung und Zuwendung. Dabei gibt es zwar Sprachbarrieren, aber hier und da kann man sich in Englisch verständigen, ansonsten mit Mimik, Wörterbüchern sowie „Händen, Füßen“.

Betreuung und Café
In der Winchenbach in Siegen fanden sich schnell viele zusammen, die helfen wollten und von Beginn an helfen. So wurden schon Fahrradtour und gemeinsamer Einkauf organisiert, gibt es Spiele und Beschäftigung für die Kinder, außerdem wurden Bekleidung, Schuhe, Spielzeug und vieles andere gespendet.
Für das Zusammensein und Kennenlernen von Betroffenen und hier ansässigen Menschen gibt es im Schulgebäude das „Café international“. Es findet großen Zuspruch. Das Café öffnet jeden Freitagnachmittag und wird von freiwilligen Helferinnen und Helfern betreut. Dank Spenden gibt es immer reichlich Kaffee und Kuchen sowie auch Tee, Kakao und Mineralwasser. Für die Asylanten und Flüchtlinge bringt diese Einrichtung Abwechslung in den Alltag.
So zeigt auch dasWinchenbacher Beispiel, dass Menschen zur Hilfe bereit sind, um die Not anderer zu lindern. Nichtzuletzt ist es für beide Seiten eine Bereicherung. (jw)


Foto: Das Plakat macht aufs Café international aufmerksam. (Foto: presseweller)

Freitag, 18. September 2015

Buch-Juwel: Alte Zeiten im Siegerland


Nach dem Volksempfänger gab es modernere Radios. (Repro: presseweller)



Magazine Teil 2 sind beim Verlag Buch-Juwel bereits in Arbeit


September 2015. Siegen (Dialog/ prw). Nach den Auftakt-Ausgaben von „Alte Zeiten im Siegerland“ und „Damals in Siegen – Am Rosterhüppel und anderswo“ wird beim Verlag-Buch-Juwel nun mit Hochdruck an den Folgeausgaben gearbeitet. Die bebilderten Magazine sind gerade für die Generation, die den Krieg noch miterlebt haben und die nachfolgende Generation interessant, die ihre Kindheit in den 1950er- und 1960er-Jahren hatten. Damit viele es lesen können, sind die Magazine zum Blättern frei aufrufbar.

Im ersten Teil von „Alte Zeiten im Siegerland“ stellte der Verlag Begebenheiten aus den 1930er- und bis in die 1940er Jahre vor. Im Teil 2 wird es um Kriegs- und Nachkriegszeiten gehen, Bunker, Besatzung, Nachkriegszeit.
Um Schule, Spiele und mehr in den 1950er- und bis in die 1960er-Jahre geht es im Magazin „Damals in Siegen“, das einen Schwerpunkt am Rosterberg hat, der auch „Rosterhüppel“ genannt wird. Da werden sich so einige noch an Leimbachsweiher erinnern, an Spaziergänge mit den Eltern durch Wald und Flur.
Die bisherigen Magazine sind über die Seite „Magazine, Videos, Blogs“ über www.buch-juwel.de frei zum Lesen aufrufbar.


Hinweis: Der Verlag-Buch-Juwel beschäftigt sich vorwiegend mit Siegerländer Themen. Daher auch „Sejerlänner“. Von den verschiedenen Heimatbüchlein ist zurzeit nur noch „Em Siegerland“ verfügbar. Die übrigen sind verlagsmäßig schon lange ausverkauft. Besondere Akzente setzte der Verlag mit „Wo Riewekooche auf den Bäumen wachsen“ und „Wo Eisen in den Bergen“ liegt. In den Büchern ist Mundart stets ein Thema, auch in religiöser Verbindung wie mit der Geburtsgeschichte, dem Vaterunser oder dem Glaubensbekenntnis in Platt. Auf den Seiten wird auch ein Mundart-Wörterbuch betrieben.  

Samstag, 4. Juli 2015

Siegerland: In den Ferien ein Stück Heimat und Geschichte entdecken


Es gibt viel zu sehen:  Backhäuser, Kapellenschulen und Bergwerksstollen


Juli 2015. Siegen (buch-juwel). Endlich Sommerferien. Aber nur wenige verreisen die ganzen Wochen über, sondern sind zwischendurch zu Hause. Das wäre doch eine Zeit, um mal auf Entdeckungsreise in der Heimat zu gehen. Für den Nachwuchs wäre es doch einmal etwas, in ein "Bergwerk" einzufahren. Das Siegerland hat da so einiges zu bieten, von Strand, Meer und alpinen Bergen abgesehen, sicher mindestens so viel wie so mancher Urlaubsort. Oft noch viel mehr. 

Da muss man nicht nur in diese hübschen Dörfer und Täler fahren, in denen weit und breit nur Grün von Wiesen, Wäldern und Weiden zu sehen ist, da kann man auch mehr zu Niederwäldern, den Haubergen, erfahren. Die gibt es sonst kaum zu sehen. In Fellinghausen ist ein historischer Hauberg angelegt, in Walpersdorf, im jungen Tal der Sieg, sind ab und an noch Kohlenmeiler aufgeschichtet. Gleich nebenan gibt es einen Wanderparkplatz. Weiter hoch zur Siegquelle, zur Lahn- und Ederquelle. Einkehr ist meist überall möglich. Backhäuser, ehemalige Kapellenschulen, Bergbaugeschichte, teils mit Grubenführungen, erzählen von alten Zeiten. Unsere Hinweise erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, geben aber so manchen Tipp. Vielleicht wäre das ja mal etwas für einen kleinen Urlaubsausflug. 


Grüne Täler, Wälder und Hauberge, hier in Helgersdorf. (Fotos (c): presseweller)


Alte Bergwerke

Die Region wird mit dem Eisenerzabbau verbunden. Neben Silber, Bleiglanz und anderem war Eisenerz die Hauptsache. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In Eiserfeld ist der Reinhold-Forster-Erbstollen erhalten, quasi „unter Tage“ geht es auch im Wotanstolln in Salchendorf bei Neunkirchen, im Bergmannsdorf Müsen gibt es ein kleines Museum mit Stollen, auf der Eremitage, wenn man nach Niederdielfen abzweigt, einen Förderturm mit kleinem Museum. Diese Einrichtungen haben nur zeitweise geöffnet. Man sollte sich auf den Internetseiten der Gemeinden informieren. Weiter unten haben wir einige Informationen für Sie zusammengetragen. 
Im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss gibt es ebenfalls einen „Stollen“, in den man „absteigen“ kann. Das Museum hat in der Regel von dienstags bis sonntags geöffnet. Abgesehen vom Gebäude, das ehemalige Telegrafenamt, hat man sich im Museum für Gegenwartskunst am Unteren Schloss eher der Moderne geöffnet. Normalerweise gibt es jeden Sonntagnachmittag eine öffentliche Führung. Einen recht umfassenden Einblick in die Bergwerksgeschichte bieten das Museums-Bergwerk in Sassenroth bei Herdorf und das Besucherbergwerk Bindweide in Steinebach (Westerwald) – nur rund 35 Kilometer entfernt –, wo man mit dem „Grubenzug“ einfährt. Erlebnisreiche Regionsgeschichte hautnah.


Im traditionsreichen Müsen gibt es das Stahlbergmuseum.  


Backes und Kapellenschulen

Die Tradition der Backhäuser, im Siegerland meist „Backes“ genannt, ist seit Jahrzehnten wieder aufgelebt. Diese kleinen Häuschen, ob in Fachwerk oder Stein, gibt es mittlerweile in vielen Orten. Ansehen ist eine Sache, interessant ist, wenn „Backtag“ ist oder es ein Backesfest gibt. Oft kann man die knusprigen Brote auch direkt kaufen. Auf den Veranstaltungsseiten einiger Gemeinden im Internet wird zum Teil auf diese Backtage hingewiesen. Es gibt auch auch eine Broschüre. Kann man bei der Tourismusinformation Siegen-Wittgenstein oder örtlich beim Tourismus- oder Kulturbüro nachfragen.


Bekannt im Land: Ehemalige Kapellenschule in Eisern. Nebenan ist auch der Backes. 

Meist in typischem Fachwerk haben sich so viele ehemalige Kapellenschulen im Siegerland erhalten. Da kann es quer durchs Siegerland auf Entdeckungsreise gehen, von Alchen bis nach Sohlbach. Nur zum Schauen. Die Gebäude werden heute meist von Heimatvereinen genutzt. Bei Buch-Juwel gibt es ein Poster DIN-A2 mit 20 – ehemaligen – Kapellenschulen in heutiger Ansicht.

Und wenn man zwischendurch eine Abkühlung sucht, besucht man eines der Freibäder. Die gibt es in vielen Orten. Vielleicht einmal nicht nur das einem bekannte Freibad, sondern ein anderes ausprobieren. Möglichkeiten dazu gibt es reichlich.              (jw)

Ein paar Tipps für mehr Infos

Wenn Sie sich umfassender informieren möchten, schauen Sie ins Internet. Einige der möglichen Zugänge sind unten aufgeführt, jedoch ohne Gewähr zu zwischenzeitlichen Änderungen, Verlinkungen usw. Derzeit angegebene Öffnungszeiten sind ebenfalls unten aufgeführt. Auch dafür können wir keinerlei Gewähr geben. Irrtum bleibt stets vorbehalten. Wegen genereller Änderungen der Betreiber, Bauarbeiten und anderem kann es zu anderen Öffnungszeiten oder Schließungen kommen. Zum Teil gibt es auch Sonderöffnungszeiten (und Schließungen) zu Feiertagen. Deshalb empfehlen wir, sich jeweils aktuell im Web zu informieren oder anzurufen. Zum Teil sind Rufnummern zur Information auf den Internetseiten angegeben.
Bitte beachten Sie, dass es bei Stollenführungen „unter Tage“ weitaus kühler (meist unterhalb von 10 Grad) ist als "ober Tage".

Siegen: Über die zentrale Webseite siegen.de gelangen Sie zum Beispiel zum Siegerlandmuseum und Museum für Gegenwartskunst (auch mgk-siegen.de). Beide Museen haben in der Regel von dienstags bis sonntags geöffnet.
Reinhold-Forster-Erbstollen in Eiserfeld. Von April bis Oktober jeden 1. Sonntag im Monat Führung von 14 bis 15.30 Uhr.

Wilnsdorf: Museum Wilnsdorf und Förderturm Niederdielfen (unterhalb der Eremitage) über die zentrale Webseite wilnsdorf.de. Das Museum hat in der Regel mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, der Förderturm jeden 2. Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

Salchendorf (Neunkirchen): Wodanstolln. Mehr über die Heimatvereinsseite heimatverein-salchendorf.de. Von März bis November jeden 1. Samstag und Sonntag Führungen ab 14 Uhr.

Müsen (Hilchenbach): Stahlbergmuseum. Mehr auf stahlbergmuseum.de. Von März bis September jeden 2. Sonntag Führungen von 14.30 bis 16.30 Uhr.

Im Nachbarkreis Altenkirchen: Bergbaumuseum Sassenroth (bei Herdorf). Mehr auf kreis-altenkirchen.de/BERGBAUMUSEUM. Dienstags bis sonntags geöffnet.

Besucherbergwerk Bindweide in Steinebach (zwischen Betzdorf und Hachenburg). Mehr auf bindweide.de. Von 1. April bis 31.Oktober geöffnet: mittwochs, samstags, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr. In der Nähe, im Bereich der Steineberger Höhe, die selbst auf knapp unter 490 Meter Seehöhe liegt, gibt es auch den rund 18 Meter hohen Barbara-Turm. Je nach Wetter gibt es eine gute Aussicht, bis zum Siebengebirge.

Backhäuser/ Backes und ehemalige Kapellenschulen: Zum Teil können Sie hierzu ebenfalls auf den Internetseiten der Gemeinden fündig werden. Fragen Sie ansonsten bei uns an (buch-juwel.de). Wir können Ihnen viele Orte nennen, in denen es solche Gebäude noch gibt.

Mehr zum Siegerland, auch Kurzfilme und mehr, gibt es immer auf http://www.buch-juwel.de,
Reiseberichte und Infos überregional auf http://www.presseweller.de


Freitag, 26. Juni 2015

Siegerland: Quellen im Rothaargebirge entdecken und Kulturprogramm nutzen


Selbst Siegen, hier mit der Krönchen-Kirche, 
ist von Grün umgeben. (Fotos: presseweller)



Über den Sommer gibt es auch für Urlauber einiges zu erleben


Juni 2015. Siegen (dialog/prw). „Siegerland“ manche haben den Begriff für das Land rund um die Sieg im südwestfälischen Westfalen, im Länderdreieck Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, schon gehört. Urlauber können auf Entdeckungsreise gehen, um Besonderes zu entdecken oder kulturelle Veranstaltungen zu genießen, die bereits vor Wochen ihren Anfang nahmen.

Auf die reiche Geschichte des Landes an der Sieg, wo schon vor über 2000 Jahren die Kelten Eisenerz gewannen, wohl der Maler Peter Paul Rubens 1577 geboren ist und die Heimat von Jung-Stilling, dem Lehrenden und mehr ist und der besonders durch seine Augenoperationen zum Grauen Star bekannt wurde, gehen wir an dieser Stelle nicht näher ein. Es ist aktuell das Land, das noch ausgesprochen schöne Tallandschaften wie nach Breitenbach oder Beienbach und Dorfidylle wie in Grund, Ruckersfeld, Ölgershausen und anderswo bietet. Hier, wie auch im Heuslingtal im Freudenberger Land, fühlt man sich schnell in altes Liedgut versetzt: „Im schönsten Wiesengrunde ...“. Für Urlauber tut sich ein Füllhorn des Wanderns und Entdeckens auf, wozu auch die Fachwerkorte wie Freudenberg, den die Einheimischen „Flecken“ nennen, und Hilchenbach sowie viele andere gehören. Wer über die passartige, von Wald und schönen Aussichten begleitete Straße von Walpersdorf im Netpherland auf die Höhe des Rothaargebirges auf über 600 Meter fährt, kann gleich drei Ursprünge wichtiger Flüsse kennenlernen: Sieg, Lahn und Eder. Es ist zugleich eine Welt zum Wandern – mit Zugang zum Rothaarsteig – und zum Einkehren. Vielleicht mal ein „Siegerländer Krüstchen“ probieren: paniertes Schnitzel auf Brotscheibe, mit Spiegelei überdeckt und mit Salaten umlegt. Ein Klassiker. Wer nicht fahren muss, kann sich dazu auch eines der typischen Siegerländer Biere – je nach Angebot -, gönnen: ein Erzquell, ein Krombacher, ein Eichener oder ein Irle. Wohl bekomm's!




Auf Entdeckungsreisen zu kleinen Kirchen, hier in Herzhausen, 
zu ehemaligen Kapellenschulen und Backhäusern, Backes genannt, gehen. 



Buntes Programm
Bereits ab dem späten Frühjahr gibt es ein buntes Programm. Im Hof und Park des Oberen Schlosses in Siegen läuft zurzeit noch das Sommerfestival mit Konzerten, Theater und mehr, Kindertheater eingeschlossen. In der Reihe „Sonntagsnachmittags um 4 ...“ gibt es bis September live und draußen im Schlosspark Auftritte von Kapellen und Bands, von Blasmusik bis Jazz. Ein beliebter Anziehungspunkt. Ob „Mittwochs in...“, „Freitags in ...“ und wann auch immer „in“: Das gibt es ebenfalls in anderen Orten wie Kreuztal, Netphen und Freudenberg. Draußen-Konzerte. Freudenberg steht darüber hinaus nochmals im Blickpunkt wegen der über die Grenzen hinaus bekannten Freilichtbühne, wo auch dieses Jahr wieder ein Kinder- und ein Erwachsenenstück auf dem Programm stehen.
Kultur-, Geschichts- und Kunstinteressierte können sich in den Museen umschauen, in denen es zum Teil auch Sonderausstellungen gibt. Wir nennen hier einmal beispielhaft das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss in Siegen, das Museum für Gegenwartskunst in Siegen, das facettenreiche Museum Wilnsdorf und das Technikmuseum in Freudenberg. Es gibt auch Museen und Stollen zur Eisenerzgeschichte wie zum Beispiel in Eiserfeld sowie in Salchendorf bei Neunkirchen und auf der Eremitage zwischen Siegen und Wilnsdorf. Eine „runde Sache“ mit Freiflächen und Stollen findet sich in Müsen, zwischen Kreuztal und Hilchenbach. Bitte beachten, dass viele dieser Museen nur sehr begrenzte Öffnungszeiten haben!
Über das Wetter wird viel gesprochen und vorhergesagt: In den vergangenen Wochen war es in Teilen des Siegerlandes schön und sonnig genug für die Terrasse, als es anderswo regnete. Es ist eben lokal verschieden. (presseweller)

Infos zu Orten und Kulturellem gibt es über die jeweiligen Webseiten der Orte. Ansonsten kann man bei uns anfragen. Auf http://www.buch-juwel.de geht es ständig „rund ums Siegerland“, auf http://www.presseweller.de finden sich Reiseberichte zu den verschiedensten Regionen, von Norddeutschland und Schwarzwald über Osttirol und Kärnten bis ins nördliche Italien und Slowenien. Man kann auch Videosequenzen und Blättermagazine frei aufrufen.


Dienstag, 14. April 2015

Siegen: Berliner Bär

KOMMENTAR: Natürlich Kölner Tor / Kölner Straße

14. April 2015. Siegen (jw). Bei Politik und Behörde im Rathaus Siegen geht es schon wieder los wie bei den Figuren Henner und Frieder: Nun haben sie den Berliner Bär im Blickpunkt, der seit Jahrzehnten im Bereich Kölner Tor/ Kölner Straße seinen Stammplatz hatte. Er soll nun, wie auch die Medien berichten, einen anderen Platz finden, nachdem die Stadtmauer saniert ist. Warum?
Seit Jahrzehnten pflegt Siegen eine Städtepartnerschaft zu Spandau, das ein Stadtteil von Berlin ist. Und seit Jahrzehnten ist die große Skulptur "Berliner Bär" im Bereich Kölner Tor/ Kölner Straße in Nähe der frequentierten Bushaltestelle ein gewohntes Bild. Nach der Restaurierung der Stadtmauer hat man nun seitens der Stadt andere Ideen, den Bären aufzustellen. Neben verschiedenen Standplätzen ist nun wohl ein Bereich bei der City-Galerie im Visier. Warum?
Die Bärskulptur sieht nicht nur nach meiner Meinung richtig gut vor der neuen Stadtmauer aus. Sie schafft vielmehr sogar einen Blickpunkt vor dem schönen, aber monotonen Mauerwerk. Ideal. Was die Verantwortlichen der Stadt - deren Träger und Finanziers übrigens die Bürger sind - wieder "reitet", ist längst nicht für alle nachvollziehbar.
Statt einseitiger Beschlüsse wäre auch hierfür ein Bürgervotum ideal: Dort, Kölner Straße, oder dort, Bahnhofsbereich. Es ist anzunehmen, dass sich Gruppen und Medien dem Thema weiter annehmen und es so im Endeffekt zu einer Entscheidung der Bürger statt im Gegensatz dazu nur weniger "Verantwortlicher" kommt.

Es ist in Siegen, wie wahrscheinlich auch in anderen Städten Gemeinden, so, dass Veränderungen häufig vom "Grünen Tisch" geplant werden. Ganz deutlich wurde das in Siegen, als die traditionellen Skulpturen Henner und Frieder, die für den tradierten Siegener Erzbergbau und das Hüttenwesen stehen, mal hier und mal da platziert werden sollten. Nach Bürgervotum stehen sie nun etwas versetzt auf einer anderen Brücke, für viele trotzdem ein Unding.
Nun werden viele warten, ob es eine Umfrage zum Standort des "Berliner Bär" geben oder "einfach so" entschieden wird. Man darf gespannt sein.




Henner und Frieder, hier der Hüttenmann, wurden in Siegen auch schon umgesetzt. Zumindest gab es  nach Aufbegehren der Bürgerschaft dazu ein Bürgervotum. (Foto: J. Weller)